Auf welche Basiswerte kannst Du mit Optionen handeln?

von Dean Gröning

Mit Optionen zu handeln ist spannend und durchaus finanziell lukrativ, da hier Renditen jenseits der 10%-Grenze auf Dich warten. Bevor Du jedoch solche Erfolge feiern kannst, musst Du für Dich die Frage beantworten, auf welche Basiswerte Du überhaupt Optionen handeln möchtest?


Das Wichtigste in der Zusammenfassung

  • Basiswerte, auch Underlying genannt, sind die zugrunde liegenden Handelsobjekte bei Derivaten
  • Als Basiswerte können Aktien, Anleihen, Rohstoffe, Währungen, Indizes oder andere Finanzobjekte fungieren
  • Bei Aktienoptionen solltest Du den Basiswert nach Deiner Depotgröße, der Volatilität und der Einschätzbarkeit des Kursverlaufs auswählen
  • Die Kursentwicklung des Basiswertes hat erheblichen Einfluss auf den Optionspreis


Inhaltsverzeichnis

Definitionen

Basiswert einfach erklärt

Auf welche Basiswerte kannst Du mit Optionen handeln?

Wie wählst Du die richtigen Basiswerte aus?

Basiswert Basispreis Unterschied




Definitionen

Mach Dich zuerst mit den beiden wichtigsten Begrifflichkeiten zum Thema vertraut:

Basiswert Definition

Das zugrunde liegende Handelsobjekt, auf welches sich Derivate beziehen, wird als Basiswert oder auch Underlying bezeichnet. Hierbei kann es sich beispielsweise um Waren (Rohstoffe) oder Finanzinstrumente (Aktien, Anleihen, ETFs oder Währungen) handeln.

Definition Derivate

Ein Derivat ist dem ursprünglichen Sinn des Wortes nach eine Ableitung. Als Derivate bezeichnet man daher Finanzprodukte, deren Wert oder Preisentwicklung sich von einem anderen Finanzprodukt ableitet, dem sogenannten Basiswert. Beispiele für Derivate sind Optionen, Optionsscheine, Swaps oder Futures.


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Basiswert einfach erklärt

Wenn Du mit Derivaten handelst, ist es wichtig zu verstehen, dass diese Finanzinstrumente immer auf der Grundlage eines bestimmten Basiswertes gehandelt werden.

Ein Derivat bezieht sich immer auf einen Basiswert (Underlying) als Grundlage

Du verfolgst beispielsweise die Handelsstrategie des Cash Secured Puts: Du möchtest also eine Put Option verkaufen mit dem Ziel, die Optionsprämie zu kassieren. Dann ist diese Option eigentlich nur ein Finanzvehikel, mit dem Du den dazugehörenden Basiswert handelst.

Verkaufst Du beispielsweise eine Put Option auf Aktien von Pepsi, so handelst Du mittels der Option den Basiswert (Underlying) Pepsi.

Optionen (oder grundsätzlich Derivate) ohne einen Basiswert gibt es nicht.

Barausgleich oder physische Lieferung

In diesem Zusammenhang ist es wichtig zu wissen, welche Konsequenzen aus dem Handel mit Derivaten entstehen: Der Käufer einer Option hat beispielsweise das Recht, zwischen einem Barausgleich und einer physischen Lieferung zu wählen.

Barausgleich

Sollte zum Beispiel die Option auf Pepsi, welche Du verkauft hast, am Verfallstag "in the money" liegen, kann der Inhaber der Option vom Stillhalter (also Dir) einen Barausgleich verlangen. Dies bedeutet, dass der Differenzbetrag zwischen Strike Preis und aktuellem Kurs des Basiswertes von Dir an den Inhaber der Option geht.

Angenommen, der Kurs der Pepsi Aktie steht bei 160 USD und Du hast eine Put Option zum Strike von 170 USD verkauft, dann liegt diese Option 10 USD im Geld, also "in the money". Du müsstest in diesem Fall also 1.000 USD an den Inhaber zahlen (Jede Option gilt für 100 Aktien).

Physische Lieferung

Alternativ kann der Käufer der Put Option sich auch für physische Lieferung entscheiden. Er kann also seine Pepsi Aktien, welche an der Börse nur noch 160 USD wert sind, an Dich zum Strike Preis von 170 USD verkaufen und Du bekommst die Aktien ins Depot eingebucht.

In diesem Fall bedeutet "physisch" natürlich elektronisch (online), denn es werden ja keine Aktien per Post verschickt oder so etwas.

Basiswerte sind standardisiert

Um den Handel von Derivaten an der Börse zu ermöglichen, sind die zugrunde liegenden Basiswerte standardisiert. Das bedeutet in diesem Zusammenhang, dass immer ein bestimmter Anteil oder eine feste Größenordnung des Basiswertes einem Derivat zugrundeliegt.

So ist auch jede Aktienoption standardisiert und es ist festgelegt, dass eine Option sich auf 100 Aktien bezieht. Dies bitte bei all Deinen Kalkulationen berücksichtigen.


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Warum nicht direkt den Basiswert, sondern das Derivat handeln?

Derivate werden sehr oft von professionellen Anlegern als Sicherungsinstrumente eingesetzt. Investoren wollen sich mit ihrer Hilfe gegen alle möglichen Handelsrisiken absichern,  beispielsweise gegen:

  • Kursrisiken
  • Zinsrisiken
  • Wechselkursrisiken
  • etc.

Mach Dir das an folgendem Beispiel klar: Ein Vermögensverwalter ist für ein Depot verantwortlich, welches mehrere hundert Millionen groß ist und in großer Anzahl eine bestimmte Aktie (zum Beispiel Tesla) enthält. Nun befürchtet der Verwalter, dass der Kurs dieser Aktie kurzfristig stark fallen könnte; langfristig rechnet er jedoch mit steigenden Kursen.

Würde er nun direkt den Basiswert handeln, müsste er die Aktien verkaufen und ggf. Gewinne realisieren und versteuern. An dieser Stelle ist es für den Verwalter viel geschickter, beispielsweise Put Optionen zu kaufen. Damit erwirbt er das Recht, die Aktien verkaufen zu können (falls die Kurse wirklich fallen), welches er jedoch nicht ausüben muss, sollten die Kurse doch stabil bleiben oder langfristig sogar steigen.

In diesem Beispiel ist der Einsatz eines Derivats (Put Option) für ihn viel vorteilhafter als der direkte Handel des Finanzobjekts (Tesla-Aktien).



Auf welche Basiswerte kannst Du mit Optionen handeln?

Das Spektrum an Basiswerten, auf die Du Derivate (Optionen) handeln kannst, ist groß. So gibt es die Möglichkeit, Optionen auf

  1. Aktien
  2. Indizes
  3. Devisen
  4. Festverzinsiche Wertpapiere
  5. Schuldverschreibungen
  6. Swaps
  7. Commodities

zu handeln.

In all meinen Beiträgen (und auch diesem Artikel) beziehe ich mich auf Aktienoptionen: Also auf Optionen, die Aktien als Basiswerte nutzen.



Wie wählst Du die richtigen Basiswerte aus?

Wenn Du Aktienoptionen handeln möchtest, so stehst Du natürlich sehr schnell vor der Frage, welche Aktien für Dich als Basiswerte geeignet sind?

Diese Fragestellung ist von enormer Bedeutung, da der Optionspreis grundsätzlich mit dem Basiswert korreliert (es besteht eine Abhängigkeit). Die Entscheidung, auf welche Aktie Du nun Optionen handelst, hängt dabei von den folgenden Kriterien ab:

1. Deiner Depotgröße

Bei Optionen gibt es unterschiedliche Positionen, die Du einnehmen kannst: Die Long und die Short Position.

In der Long Position (Du bist der Käufer von Optionen) ist die Depotgröße unerheblich. Sobald Du Dir die Optionsprämie zu leisten vermagst, kannst Du die entsprechende Option problemlos kaufen.

Gerade in der Short Position ist es jedoch von absoluter Wichtigkeit, den Basiswert ins Verhältnis zur Depotgröße zu setzen, damit Du keine Verluste machst. Folgendes Beispiel verdeutlicht den Zusammenhang:

Du hast ein 20.000 € Depot und verkaufst einen Put auf Tesla, um die Optionsprämie von vielleicht 500 USD zu kassieren. Das kannst Du sicherlich tun, jedoch muss Dir dabei bewusst sein, dass Du gerade einen Basiswert in Höhe von rund 70.000 € bewegst (Bei einem Aktienkurs von Tesla von ca. 700 €).

Zur Erinnerung: Jeder Aktienoption liegen 100 Aktien des Underlyings zu Grunde

700 € aktueller Kurs x 100 Aktien = 70.000 €

Dein Risiko: Die Put Option verpflichtet Dich in der Short Position dazu, den Basiswert abzunehmen. Sollte der Kurs von Tesla nun stark fallen, müsstest Du ggf. die Aktien kaufen. Nur fehlen Dir dafür rund 50.000 € (Differenz Depot zu Kurswert).

Wird die Gefahr zu groß, dass Du Deiner Verpflichtung nicht nachkommen kannst, bekommst Du von Deinem Broker einen sogenannten Margin-Call und er wird den Optionstrade schließen. Ohne Deine Zustimmung. Und Du wirst empfindliche Verluste (bis zum Totalverlust) erleiden.


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2. Der Volatilität der Aktie

Die Volatilität beschreibt die Schwankungsbreite im Kursverlauf einer Aktie. Solltest Du mit dem Thema noch nicht so vertraut sein, hab ich Dir hier einen Artikel zur Volatilität verlinkt.

Der Optionspreis (Die Optionsprämie) hängt sehr stark von der Volatilität des Basiswertes ab. Es gilt:

  • niedrige Volatilität = günstige Optionspreise
  • hohe Volatilität = hohe Optionspreise

Je nach der Art Deiner Position im Handel (Long oder Short) solltest Du also darauf achten, dass die Volatilität zu Deiner Handelsstrategie passt.

3. Der Einschätzbarkeit des Kursverlaufs

Jedem Optionstrade liegt eine Meinung über den zukünftigen Kursverlauf des Basiswertes zu Grunde. Wenn Du eine Option handelst, bist Du also grundsätzlich der Meinung, dass der Kurs des Basiswertes steigt oder fällt oder seitlich tendiert und Du handelst dementsprechend.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, sich eine Meinung über Kursverläufe zu bilden: Etwa per Chartanalyse oder per Fundamentalanalyse.

Ich persönlich nutze zum Beispiel gerne die Chartanalyse. Wie die funktioniert, beschreibe ich Dir in meinem Artikel Charttechnik für Einsteiger.

Fest steht jedoch, dass Du eine solide Einschätzung über den zukünftigen Verlauf des Kurses Deines Basiswertes benötigst, damit Du Deine Options-Handelsstrategie darauf abstimmen kannst.

Ist der Kursverlauf für Dich vollkommen unverhersehbar und Du würdest trotzdem Optionen traden, wäre das Glücksspiel in meinen Augen.



Basiswert Basispreis Unterschied

Für den ein oder anderen mag es verwirrend sein, was jetzt Basiswert, Basispreis, Optionspreis oder Kurs des Basiswertes genau bedeutet und wie sie sich voneinander unterscheiden. Daher hier nochmal die Erläuterung:

Basiswert

Der Basiswert, auch Underlying genannt, ist das einem Derivat (zum Beispiel Optionen) zugrunde liegende Handelsobjekt. Handelst Du zum Beispiel eine Aktienoption auf Nike, dann sind die Aktien des Sportartikelherstellers der Basiswert.

Kurs Basiswert

Basiswerte sind in der Regel börsengehandelt, was bedeutet, dass Du sie direkt an einer Börse kaufen/verkaufen kannst. In meinem Beispiel kannst Du Aktien von Nike an jeder Börse traden.

Diese Aktien haben einen gewissen Wert: Sie werden zu einem bestimmten Kurs gehandelt, der sich aus Angebot und Nachfrage ergibt (siehe Artikel Wie entstehen Börsenkurse).

Dieser Kurs, zu dem der Basiswert direkt gehandelt werden kann, wird als (aktueller) Kurs des Basiswertes bezeichnet. Er verändert sich ständig und ist variabel.

Basispreis

Vom aktuellen Kurs des Basiswertes zu unterscheiden ist der Basispreis. Der Basispreis, auch Strike Preis oder Ausführungspreis genannt, ist der Preis, zu dem der Käufer einer Option sein Recht (Kauf oder Verkauf des Basiswertes) ausüben kann.

Ein 140er Call auf Nike Aktien besagt zum Beispiel, dass der Käufer dieser Option während der Restlaufzeit 100 Aktien zum Preis von 140 USD erwerben kann. Egal, wie der aktuelle Kurs des Basiswertes notiert.

Der Basispreis ist fester Bestandteil des Optionskontrakts und wird im Vorfeld bestimmt. Er bleibt während der gesamten Laufzeit der Option fix.

Optionspreis

Der Optionspreis, auch als (Options-)Prämie tituliert, ist der Preis, zu dem die Option gehandelt wird. Also der Preis, zu dem der Käufer das Recht zum kaufen/verkaufen erwerben kann.

Der Optionspreis hängt von vielen Faktoren ab, wird grundlegend jedoch über Angebot und Nachfrage bestimmt und ändert sich ständig. Er variiert also sehr stark während der Restlaufzeit; sollte die Option keinen inneren Wert haben, geht der Optionspreis am Verfallstag gegen Null (Option wird wertlos).

Die Kursentwicklung des Basiswertes hat erheblichen Einfluss auf den Optionspreis.



Weitere Beiträge zum Thema Optionen:

Die Moneyness: Ein Bericht zur Lage der Option

Die "Out of the money" Strategie im Optionshandel

Strike Preis: Weißt Du alles über den Strike Preis bei Optionen?

Was ist eine Call Option: Erklärungen und Beispiele

Innerer Wert einer Option: Berechnung und Bedeutung


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