Out of the money Optionen - Eine Einführung und Beispiele

von Dean Gröning

Einer der elementarsten Begriffe, die Du im Optionshandel kennen musst, ist die Moneyness, die Lage der Option. Im Rahmen der Moneyness können Optionen zum Beispiel "out of the money" liegen.


Das Wichtigste in der Zusammenfassung

  • Eine Option ist "out of the money", wenn sie einen inneren Wert von Null (keinen) besitzt und damit die Ausübung für den Inhaber nicht sinnvoll ist
  • Der Preis einer Option setzt sich aus dem Zeitwert (extrinsischer Wert) und dem inneren Wert zusammen
  • Eine Call Option befindet sich "out of the money", wenn der Kurs des Underlyings unterhalb des Strike notiert
  • Eine Put Option befindet sich "out of the money", wenn der Kurs des Underlyings oberhalb des Strike notiert
  • Liegt Deine Option "out of the money", machst Du nicht unbedingt Verlust; darüber entscheidet die Positionierung (Long/Short) und der Abstand des Kurses des Underlyings vom Strike


Inhaltsverzeichnis

  1. "Out of the money" Definition
  2. Exkurs: Extrinsischer & Intrinsischer Wert einer Option
  3. Wann ist ein Call "out of the money"?
  4. Wann ist ein Put "out of the money"?



1. "Out of the money" Definition

Der Begriff "out of the money", zu Deutsch "aus dem Geld", beschreibt eine Option, welche keinen inneren Wert (innerer Wert = 0) besitzt. Optionen ohne einen inneren Wert werden vom Inhaber in der Regel nicht ausgenutzt und verfallen normalerweise wertlos.


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2. Exkurs: Extrinsischer & Intrinsischer Wert einer Option

Der Preis einer Option besteht aus zwei Bestandteilen: Dem extrinsischen (Zeitwert) und dem intrinsischen Wert.

Preis einer Option = Innerer Wert + Zeitwert


preis einer option in the money moneten magier



Intrinsische Wert (innere Wert) einer Option

Der intrinsische Wert einer Option, auch als innerer Wert bezeichnet, gibt die Differenz zwischen dem aktuellen Kurs des Underlyings und dem Basispreis der Option wieder. Du stellst also fest, ob die Option im Geld oder aus dem Geld liegt.

Der innere Wert einer Option bewegt sich zwischen Null und theoretisch "unendlich". Ein rechnersich negativer Wert wird trotzdem mit Null ausgewiesen.

Der innere Wert von Call und Put Optionen wird unterschiedlich ermittelt:

  • Call Option = Kurs des Basiswertes - Strikepreis
  • Put Option = Strikepreis - Kurs des Basiswertes

Ergibt die Berechnung einen Wert > Null, besitzt die Option einen inneren Wert und liegt im Geld.

Ergibt die Berechnung einen Wert < Null, besitzt die Option keinen inneren Wert und liegt aus dem Geld.


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Extrinsische Wert (Zeitwert) einer Option

Der extrinsische Wert einer Option, auch als Zeitwert bezeichnet, stellt die Differenz zwischen dem Preis der Option und dem inneren Wert dar.

Zeitwert = Preis der Option - innere Wert

Optionen haben immer einen Zeitwert, welcher jedoch beständig kleiner wird, je näher die Option ihrem Verfallsdatum kommt. Am letzten Tag ihrer Laufzeit ist der Zeitwert dann Null und die Option hat lediglich noch ggf. einen inneren Wert. Sollte dieser ebenfalls Null sein, ist die Option wertlos.

Der Zeitwert von Optionen hängt von verschiedenen Faktoren ab. Massgeblich sind jedoch die Länge der Restlaufzeit und die Höhe der impliziten Volatilität im Underlying. Hierbei gilt grundsätzlich:

  • Je länger die Restlaufzeit, desto höher der Zeitwert
  • Je höher die implizite Volatilität, desto höher der Zeitwert

Der Zeitwert einer Option nimmt regelmässig ab. Dies nennt man den Zeitwertverfall. Er wird Dir in der Kennzahl Theta angezeigt, welche den Wert bemisst, den die Option mit jedem Tag an Wert verliert, wenn alle anderen Rahmenbedingungen gleich bleiben.



3. Wann ist ein Call "out of the money"?

Eine Call Option befindet sich "out of the money", wenn der Kurs des Underlyings unterhalb des jeweiligen Strikepreis notiert. Je weiter der Kurs unterhalb des Strike notiert, desto tiefer liegt die Option aus dem Geld.

Außerdem ist es wichtig zu verstehen, dass Du nicht automatisch einen Verlust machst, wenn Deine Option "out of the money" liegt. Hierzu ist Deine Positionierung (Long/Short) und der Abstand des aktuellen Kurses vom Strike entscheidend.

Der Long Call

Das folgende Payoff Diagramm zeigt Dir die Wertentwicklung eines Long Call im Verhältnis zur Entwicklung des Kursverlaufs des Underlyings. Der Long Call ist "out of the money", wenn der Kurs des Underlyings unter den Strikepreis fällt.

Angenommen, Du hast einen Call mit einem Strike von 100 USD gekauft und dafür eine Prämie von 5 USD gezahlt. Dann gilt folgender Zusammenhang für die Moneyness:

Kurs des UnderlyingsMoneyness
< 100 USD
out of the money
= 100 USD
at the money
> 100 USD
in the money


long call out of the money moneten magier


Bei einer ITM Option (Kurs Underlying > 100 USD) machst Du also Gewinn; allerdings erst, wenn der Kurs über 105 USD steigt (Strike + Prämie). Danach gilt: Je höher der Kurs steigt, desto höher fällt Dein Gewinn aus.

Liegt der Kurs des Underlyings unterhalb des Strike, realisierst Du einen Verlust. Dieser ist jedoch begrenzt auf die Höhe der gezahlten Prämie (5 USD in diesem Beispiel). Ob der Kurs also auf 90 USD oder 60 USD fällt, ist für Dich unerheblich: Du verlierst die gezahlte Prämie und lässt die Option wertlos verfallen.

Short Call

Anders sieht es jedoch aus, wenn Du die Short Position im Handel einnimmst, Du also einen Call verkaufst. Der Short Call ist ebenfalls "out of the money", wenn der Kurs des Underlyings unterhalb des Strike notiert.

Angenommen, Du hast einen Call mit einem Strike von 100 USD verkauft und dafür eine Prämie von 5 USD erhalten. Dann gilt folgender Zusammenhang für die Moneyness:

Kurs des UnderlyingsMoneyness
< 100 USD
out of the money
= 100 USD
at the money
> 100 USD
in the money

Du siehst, die Moneyness ist bei Long und Short Positionen identisch. Anders sieht es jedoch hinsichtlich des Gewinns aus.


short call out of the money moneten magier



Liegt die Option OTM (Kurs Underlying < 100 USD), machst Du einen Gewinn, und zwar in Höhe der vereinahmten Prämie von 5 USD.

Steigt der Kurs des Underlyings beispielsweise auf 104 USD, liegt die Option "in the money". Du musst also nun, wenn der Inhaber der Option dies wünscht, den Basiswert zum Kurs von 100 USD liefern, obwohl er an der Börse bereits bei 104 USD gehandelt wird. Du machst also einen Verlust von 4 USD pro Aktie. Jedoch hast Du für die Übernahme der Verpflichtung 5 USD Prämie kassiert, so dass Du netto immer noch 1 USD Gewinn je Aktie machst.

Erst, wenn der Kurs des Underlyings über 105 USD (Strike + Prämie) steigt, machst Du einen Verlust.



4. Wann ist ein Put "out of the money"?

Eine Put Option befindet sich "out of the money", wenn der Kurs des Underlyings oberhalb des jeweiligen Strikepreises notiert. Je weiter der Kurs oberhalb des Strike notiert, desto tiefer liegt die Option aus dem Geld.

Außerdem ist es wichtig zu verstehen, dass Du nicht automatisch einen Verlust machst, wenn Deine Option "out of the money" liegt. Hierzu ist Deine Positionierung (Long/Short) und der Abstand des aktuellen Kurses vom Strike entscheidend.

Long Put

Das folgende Payoff Diagramm zeigt Dir die Wertentwicklung eines Long Put im Verhältnis zur Entwicklung des Kursverlaufs des Underlyings. Der Long Put ist "out of the money", wenn der Kurs des Underlyings über den Strikepreis steigt.

Angenommen, Du hast einen Put mit einem Strike von 100 USD gekauft und dafür eine Prämie von 5 USD gezahlt. Dann gilt folgender Zusammenhang für die Moneyness:

Kurs des UnderlyingsMoneyness
< 100 USD
In the money
= 100 USD
At the money
> 100 USD
Out of the money


long put out of the money moneten magier


Notiert der Kurs der Aktie über 100 USD, liegt die Option "out of the money" und Du machst einen Verlust in Höhe der gezahlten Optionsprämie. Dies ist gleichzeitig auch Dein maximaler Verlust, unabhängig davon, wie hoch der Kurs des Underylings auch steigen mag.

Fällt der Kurs des Underlyings auf beispielsweise 97 USD, liegt die Option "in the money" und die Ausübung ist für Dich sinnvoll: Du kannst an der Börse Aktien zu 97 USD kaufen und über die Option zu 100 USD verkaufen. Du machst also einen Gewinn von 3 USD je Aktie. Für dieses Recht hast Du jedoch eine Prämie von 5 USD je Aktie gezahlt, so dass Du netto immer noch einen Verlust von 2 USD je Aktie verbuchen musst.

Erst, wenn der Kurs unter 95 USD (Strike - gezahlte Prämie) fällst, machst Du einen Gewinn.



Short Put

Anders sieht es jedoch aus, wenn Du die Short Position im Handel einnimmst, Du also einen Put verkaufst. Der Short Put ist ebenfalls "out of the money", wenn der Kurs des Underlyings oberhalb des Strike notiert.

Angenommen, Du hast einen Put mit einem Strike von 100 USD verkauft und dafür eine Prämie von 5 USD erhalten. Dann gilt folgender Zusammenhang für die Moneyness:

Kurs des Underlyings
Moneyness
< 100 USDIn the money ITM
= 100 USD At the money ATM
> 100 USD Out of the money OTM


out of the money short put moneten magier


Fällt der Kurs des Underlyings unter 95 USD (Strike - erhaltene Prämie), machst Du einen Verlust. Je tiefer der Kurs fällt, umso höher wird dieser ausfallen.

Fällt der Kurs der Aktie beispielsweise auf 97 USD, wird der Inhaber die Option ausüben und Du musst den Basiswert zum Strike von 100 USD abnehmen, obwohl er an der Börse nur noch mit 97 USD gehandelt wird. Du machst also einen Verlust von 3 USD je Aktie. Für die Übernahme der Verpflichtung zur Abnahme hast Du jedoch eine Prämie in Höhe von 5 USD kassiert, so dass Deine Position netto immer noch 2 USD Gewinn je Aktie macht.

Nur, wenn der Kurs des Basiswertes über 100 USD notiert, liegt die Option "out of the money" und Du erzielst einen Gewinn in Höhe von 5 USD je Aktie.



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