Optionen Long Call: Erklärung & Beispiel

von Dean Gröning

Es gibt vier verschiedene Basis-Möglichkeiten für Dein Trading im Optionshandel: Die erste dieser Möglichkeiten ist der sogenannte Long Call, der Kauf einer Kaufoption.


Das Wichtigste in der Zusammenfassung

  • Der Long Call ist das Recht, den Basiswert innerhalb der festgelegten Frist zum Strikepreis (Basispreis) kaufen zu können
  • Die Moneyness (Lage der Option) gibt Dir Auskunft darüber, ob Du mit der Call Option Gewinn oder Verlust machst
  • Der Long Call ist eine bullishe Strategie: Du partizipierst von steigenden Kursen im Basiswert
  • Long Calls stellen eine interessante Alternative zu einem direkten Investment in Aktien dar
  • Der Long Call bringt Dir Gewinne, wenn der Kurs des Basiswertes über den Strikepreis steigt (und die Kosten für die Optionsprämie gedeckt sind)

 

Inhaltsverzeichnis

Long Call Definition

Der Aufbau eines Long Call

Long Call Beispiel

Für wen Long Calls geeignet sind


Long Call Definition

Ein Long Call im Optionshandel verschafft Dir das Recht, jedoch nicht die Pflicht, den zugrunde liegenden Basiswert innerhalb eines fest definierten Zeitraums zum Strikepreis (auch Basispreis) kaufen zu dürfen.


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Der Aufbau eines Long Call

Der Long Call beschreibt die Position des Käufers einer Kaufoption im Optionshandel.

Als Käufer erwirbst Du das Recht, den der Option zugrunde liegenden Basiswert (Aktien beispielsweise) zu einem festgelegten Preis, dem Strikepreis, kaufen zu können. Für den Erwerb dieses Rechts zahlst Du die sogenannte Optionsprämie. Das Recht ist jedoch zeitlich begrenzt: Nur bis zum Ende der Laufzeit Deiner Option kannst Du es ausüben. Danach ist die Option wertlos verfallen.

Der Long Call ist eine bullishe Strategie: Du spekulierst auf steigende Kurse im Underlying

Das folgende Payoff-Diagramm zeigt Dir, wie Deine möglichen Gewinne und Verluste beim Kauf eines Call aussehen:


long call optionen payoff diagramm moneten magier moneyness


Dein Verlust ist beschränkt auf die Höhe der gezahlten Prämie. Solltest Du die Option nicht ausüben, musst Du diese Prämie als Verlust verbuchen.

Der Long Call und die Moneyness

Grundsätzlich wird der Preis einer Option vom Kurs des Basiswerts bestimmt. Je höher der Kurs steigt, desto höher steigt auch die Optionsprämie und vice versa.

Für Long Calls gelten vereinfacht folgende Zusammenhänge:

  • Kurs Basiswert liegt unterhalb des Basispreis = Option ist "out of the money" OTM
  • Kurs Basiswert entspricht dem Basispreis = Option ist "at the money" ATM
  • Kurs Basiswert liegt oberhalb des Basispreis = Option ist "in the money" ITM

Diese Lage der Option zum Geld (Moneyness) ist entscheidend darüber, ob Du mit Deinen Long Calls einen Gewinn oder Verlust erzielst.

Verlustrisiko auf Höhe der Optionsprämie begrenzt

Liegt der Kurs des Basiswert unterhalb des Strikepreis, ist es für Dich nicht sinnvoll, die Option zu nutzen und Du wirst sie wertlos verfallen lassen. In diesem Fall entspricht die Höhe der gezahlten Optionsprämie Deinem Verlust.

Maximaler Gewinn mit dem Long Call

Liegt der Kurs des Basiswert in etwa gleichauf mit dem Strikepreis, machst Du immer noch Verlust, identisch zum vorherigen Fall.

Das Gewinnpotential eines Long Call ist unbegrenzt

Erst, wenn der Kurs des Basiswert über den Strikepreis steigt, ist es für Dich sinnvoll, die Option auszuüben. Einen Netto-Gewinn wirst Du realisieren, wenn die Kosten für die gezahlte Optionsprämie überschritten werden.

Da der Kurs des Basiswert theoretisch unendlich ansteigen kann, ist Dein Gewinnpotential unbegrenzt.

Warum Long Call statt direkt in Aktien investieren?

Wenn Du Optionen auf Aktien handeln möchtest, gibt es 2 Haupt-Unterschiede zwischen dem Kauf eines Call (Long Call) und dem direkten Kauf von Aktien:


long call unterschiede direktes investment moneten magier


Hebel-Effekt

Der erste Unterschied ist der sogenannte Hebel-Effekt (Leverage) für Dein eingesetztes Kapital.

Durch Optionen kannst Du Deine Rendite überproportional anheben

Wenn Du für beispielsweise 1.000 € Aktien kaufst (10 Stück a 100 €) und der Kurs der Aktien steigt um 10 €, so machst Du genau 100 € / 10% Gewinn.

Angenommen, Call Optionen auf die gleiche Aktie kosten 100 € pro Stück. Dann kannst Du mit Deinen 1.000 € zehn Calls kaufen. Ein Call bezieht sich auf 100 Aktien, Du handelst nun also im Grunde genommen 1.000 Aktien des Basiswertes. Steigt der Kurs des Basiswertes (Aktien) nun auch in diesem Fall um 10 €, machst Du jedoch 10.000 € / 1.000 % Gewinn.

Du hast also deutlich mehr Geld verdient bei identischem Kapitaleinsatz: Du hast Dein Geld gehebelt.

Hier ist jedoch Vorsicht geboten: Sollte der Kurs der Aktien um 10 € fallen, hast Du im direkten Investment lediglich 100 € Verlust; Dein Depot hat immer noch einen Wert von 900 €.

Deine Call Optionen würdest Du in diesem Fall jedoch wertlos verfallen lassen und Deine gesamten 1.000 € wären verloren.

Der Hebel-Effekt wirkt also in beide Richtungen.

Laufzeit

Der zweite zentrale Unterschied von Long Calls gegenüber einem direkten Aktienkauf besteht in der Fristigkeit.

Wenn Du 1.000 € zur Verfügung hast und damit 10 Aktien kaufst, gehören Dir diese Aktien, Sie werden Deinem Depot gutgeschrieben und Du kannst Sie solange behalten, wie Du möchtest. Langfristig sollten sie sogar im Wert steigen.

Optionen hingegen haben immer eine bestimmte (Rest-)Laufzeit. Kaufst Du Calls, kannst Du sie bis zum Ende der Laufzeit nutzen und dadurch Aktien kaufen. Nach dem letzten Tag der Laufzeit sind Optionen jedoch wertlos und verfallen.



Long Call Beispiel

Mach Dir abschließend die Funktion eines Long Call am folgenden Beispiel klar:

Der Kurs einer Aktie mag bei 100 € notieren, Du möchtest nun Call Optionen auf diese Aktie kaufen.

Du hast folgende Optionen mit einer Restlaufzeit von beispielsweise 3 Monaten zur Auswahl:

Strikepreis
Optionsprämie
90 €
1.025 €
100 €
100 €
110 €
8 €

Die Optionsprämie beim Strike von 90 € hat einen inneren Wert von allein 1.000 € und ist deshalb erheblich teurer.

Nun gibt es im Grunde genommen zwei spannende Szenarien:

1. Der Kurs der Aktie steht in 3 Monaten bei 110 €

Strike
Moneyness
Prämie
Gewinn
90 €
ITM
1.025 €
975 €
100 €
ITM
100 €
900 €
110 €
ATM
8 €
-8 €


Im ersten Fall ist die Ausübung der Option für Dich sinnvoll und Du erzielst einen Gewinn (100 Aktien x 20 € - Optionsprämie). Auch im zweiten Fall machst Du noch schönen Gewinn (100 Aktien x 10 € - Optionsprämie). Lediglich im letzten Fall lässt Du die Option verfallen und musst die gezahlte Optionsprämie als Verlust verbuchen.


2. Der Kurs der Aktie steht in 3 Monaten bei 90 €

Strike Moneyness
Prämie
Gewinn
90 €
ATM
1.025 €
-1.025 €
100 €
OTM
100 €
-100 €
110 €
OTM
8 €
-8 €

In diesem Fall ist die Ausübung keiner der Optionen für Dich sinnvoll und Du würdest sie alle verfallen lassen. In jedem Fall ist damit die Höhe der Optionsprämie mit Deinem Verlust gleichzusetzen.

Das Beispiel zeigt also, dass Du immer dann Gewinne machst, wenn der Kurs des Underlyings so weit über den Strikepreis steigt, dass die Optionsprämie erwirtschaftet ist.

In Deinem persönlichen Trading kannst Du Call Optionen nicht nur auf Aktien, sondern auf alle möglichen Basiswerte handeln (Indizes, Devisen, festverzinsliche Wertpapiere usw.)



Für wen Long Calls geeignet sind

Long Calls sind geeignet für Einsteiger und Fortgeschrittene Optionshändler. Du kannst Long Calls einzeln handeln oder mit anderen Optionen zu komplexeren Strategien verknüpfen.



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