Geld in Immobilien investieren: Am besten mit Fonds oder ETFs

von Dean Gröning

Beim letzten Segelurlaub war Peter mit von der Partie. Der angestellte Schornsteinfeger ist ein umgänglicher Zeitgenosse und erzählt abends beim Sundowner, dass er gerade in Holland in sein drittes Ferienhaus investiert hat. Innerhalb von rund 5 Jahren.

Ich werde hellhörig: Alle 2 Jahre eine Ferienimmobilie kaufen? Geld in Immobilien investieren? Kaufpreis/Kredit durch Mieteinnahmen zurück zahlen? Passiver Vermögensaufbau? Im Sommer 3 Wochen im eigenen Ferienhaus? Macht das Sinn?


Das Wichtigste in der Zusammenfassung

  • Eine Kapitalanlage ist die Investition eigenen Geldes zum Zwecke der Erzielung einer Rendite, um damit das eigene Vermögen zu vergrößern
  • Eine Immobilie mit 10% oder 20% Eigenkapital (oder sogar mit 0%) zu kaufen und den Rest zu finanzieren, ist der Kauf eines Kredites und keine klassische Kapitalanlage
  • Das selbstgenutzte Eigenheim ist eine emotionale Entscheidung, keine Kapitalanlage
  • Eine Investition in Immobilien ist vorteilhaft: Sie zwingt Dich zu sparen, ist mental entspannend und bringt durchschnittlich Wertsteigerungen von 0% - 1% nach Inflation
  • Die Nachteile eines Immobilieninvestments sind die schlechte Liquidität, die niedrige Wertsteigerung und die hohen Kaufnebenkosten
  • Alternativ zur Direktinvestition in eine Immobilie kannst Du in Immobilienfonds oder Immobilien ETFs investieren



Inhaltsverzeichnis

Definitionen

Geld in Immobilien investieren: Sinnvoll oder nicht sinnvoll?

Vorteile von direkten Investitionen in Immobilien

Nachteile von direkten Investitionen in Immobilien

Geld in Immobilien mit Fonds anlegen

Geld in Immobilien mit ETFs anlegen

Fazit


Definitionen

Mach Dich zunächst mit ein paar Begrifflichkeiten vertraut, um sicherzustellen, dass wir auch von den gleichen Sachen reden.

Immobilie

Eine Immobilie ist eine unbewegliche Sache, worunter Du Grundstücke und Gebäude verstehen kannst.

Kapitalanlage / Geldanlage

Bei einer Kapitalanlage (Synonym = Geldanlage) investiert ein Investor sein Geld, um damit langfristig eine Rendite zu erzielen und dadurch sein investiertes Geld zu vermehren. In Zeiten hoher Inflation kann als weiterer Investitionsgrund auch der Werterhalt des Geldes herangezogen werden.

Eigenheim

Vom Eigentümer selbst genutzte Immobilie (Wohnung oder Haus).


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Geld in Immobilien investieren: Sinnvoll oder nicht sinnvoll?

Immer wieder kannst Du - nicht zuletzt von vielen meiner Blogger-Kollegen im Bereich Finanzen - Geschichten lesen, wie Du mit wenig oder sogar vollkommen ohne Eigenkapital in Immobilien investieren kannst. Um damit in kürzester Zeit ein Vermögen aufzubauen und finanziell unabhängig zu werden.

In meinen Augen stellt sich der Sachverhalt wie folgt dar:

Ohne Geld in Immobilien investieren

Du hast vielleicht die Möglichkeit, eine Immobilie ohne Eigenkapital zu kaufen. Die Bank gewährt Dir eine 110%-Finanzierung (Kaufpreis plus Kaufnebenkosten).

Oder Du hast schon 20.000 € oder 30.000 € gespart und kannst damit eine Immobilie im Wert von beispielsweise 500.000 € kaufen (Rest ist fremdfinanziert).

Dann hast Du keine Geldanlage getätigt, sondern Dir einen Kredit gekauft!

Eine Kapitalanlage sieht so aus:

Du hast 150.000 € zur Verfügung und kaufst mit diesem Geld eine Wohnung, für die Du 120.000 € bezahlst und anschließend vermietest. Die Kaltmiete steht Dir zu 100% als Rendite für Dein eingesetztes Kapital zur Verfügung. Dann hast Du eine Kapitalanlage durchgeführt.

Wie viel Geld braucht man, um in Immobilien zu investieren?

Brauchst Du jetzt einen 6-stelligen Guthabenbetrag auf Deinem Konto, um sinnvoll in Immobilien investieren zu können?

Ja und Nein. Es hängt davon ab, wie Du vorgehst:

  • Sprechen wir von einer Kapitalanlage und einer direkten Investition in Immobilien, dann brauchst Du wohl eine solche Größenordnung in cash. Hängt von der Immobilie ab.
  • Du kannst jedoch auch mit deutlich kleineren Beträgen sinnvoll Dein Geld in Immobilien anlegen, beispielsweise mit Fonds oder ETFs. Dazu mehr im weiteren Verlauf.

Der Sonderfall: Selbstgenutztes Wohneigentum

Das Eigenheim, sprich die selbst genutzte Wohnung oder das selbst genutzte Haus, nimmt bei dieser Betrachtung in meinen Augen einen Sonderstatus ein.

Zunächst ein Fakt vorweg: Das selbstgenutzt Eigenheim ist keine Kapitalanlage, sondern eine emotionale Entscheidung, wie Du Dein Leben gestalten möchtest.

Eine Kapitalanlage bringt Dir Geld (Rendite), Dein Eigenheim hingegen kostet Dich Geld

Die ganzen Weisheiten aus dem Marketing der Kreditgeber und Baufinanzierer

  • ein Eigenheim sei die beste Altersvorsorge oder
  • die eigenen 4 Wände stellen immer noch die beste Investition dar usw.

sollen Dich nur dazu anregen, mit Geld, dass Du nicht besitzt, etwas zu kaufen, was Du gerne hättest. Und das Geld leiht Dir die Bank natürlich gerne. Ist ja schließlich Ihr Geschäftsmodell.

Wenn Du Dich aus emotionalen Gründen dazu entscheidest, eine Immobilie zu kaufen und selbst bewohnen zu wollen, so spricht aus meiner Sicht nichts dagegen. Sinnvoll wäre dann eine "Anzahlung" in Höhe von ca. 20% des Kaufpreises (Eigenkapital) und eine "Restzahlung" von 80% per Raten (Kreditfinanzierung).

Mieten oder kaufen?

Bei der Beantwortung dieser Frage musst Du wissen, dass gerade Dein Gehirn  (Rationalität) mit Deinem Herz (Emotion) in Konflikt steht.

Wenn Du aus emotionalen Gründen gerne in den eigenen 4 Wänden wohnen möchtest, Dein eigener Herr sein magst und Dir das Haus oder die Wohnung so herrichten, um- oder ausbauen magst, wie es schon immer Dein Herzenswunsch war, so ist dies vermutlich eine gute Idee.

Denn dann wird Dich Dein Zuhause wahrscheinlich glücklich machen.


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Du solltest Dir nur bewusst machen:

Die emotionale Entscheidung für ein Eigenheim kostet Dich (viel) Geld!

Zur Erläuterung möchte ich ein Zitat von Prof. Shiller anführen:

"Das verbreitete Argument, wonach Mieten gleichbedeutend ist mit Geld zum Fenster hinauswerfen, ist schlicht falsch, denn das Geld, das man [durch Mieten] spart, kann man in Aktien investieren und so Dividendeneinkünfte erzielen".

Mieten ist günstiger als Kaufen, weil der Eigentümer nicht alle Kosten auf den Mieter umlegen kann

Und dass Du Dein Eigenheim anders/teurer einrichtest und in Stand hältst als eine Mietwohnung, lasse ich hier mal außen vor.

Wirst Du eine Entscheidung aus rationalen Gründen treffen, wird es wahrscheinlich auf eine Mietimmobilie herauslaufen.

Welches die nun für Dich bessere Entscheidung ist, darfst Du für Dich selbst herausfinden.



Vorteile von Investitionen in Immobilien

Auch als Geldanlage haben Immobilien für Dich als privaten Anleger Vorteile, welche ich Dir an dieser Stelle aufzeigen möchte:

1. Ein erzwungener Sparplan

In der Regel werden Direktinvestitionen in Immobilien, also Kauf einer Wohnung oder eines Hauses, nicht vollständig aus eigenen Mitteln bar bezahlt, sondern über Kredite finanziert.

Eine Erhebung von Immobilienscout24 zeigt, dass 22,8 % aller Käufer gänzlich ohne Eigenkapital kaufen und insgesamt 71 % weniger als 50.000 € Eigenkapital mitbringen. Ein Großteil der Käufe wird also tatsächlich über Kredite finanziert.

Der Immobilienkäufer, der auf Kredit kauft, unterwirft sich einem erzwungenen Sparplan

Er wird nämlich Monat für Monat die Raten, bestehend aus Zinsen und Tilgung, für den Kredit aufbringen müssen und somit das Geld investieren, statt es zu konsumieren (für Urlaub, Auto oder xxx).

Und zwar so lange, bis der Kredit zurückbezahlt ist und die Immobilie ihm gehört.

Für undisziplinierte Sparer ist dies ein nicht zu unterschätzender Vorteil!

2. Keine mentale Belastung des Eigentümers durch stark schwankende Kurse

Der zweite faktische Vorteil besteht meines Erachtens nach darin, dass Immobilien nicht sehr liquide sind. Das bedeutet, sie werden nicht an einer Börse zu Marktpreisen gehandelt.

Nehmen wir die letzte große Wirtschaftskrise, den Ausbruch von Corona im März 2020.

Bei Bekanntwerden des Lockdowns ist beispielsweise der Kurs des DAX um fast 40 % eingebrochen, um sich anschließend bis zum Jahresende wieder zu erholen.

Auch die aktuelle Lage (Ukraine-Krieg, Spätfolgen von C19) ist nicht gerade unbedingt vergnügungssteuerpflichtig.


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Wer also im Februar 2020 ein Depot im Wert von beispielsweise 300.000 € besessen hat, hatte Ende März 2020 ein Depot, welches nur noch 180.000 € wert war.

Ein nicht realisierter "Verlust" von 120.000 €, der dem Depotinhaber vielleicht die ein oder andere schlaflose Nacht bereitet hat.

Wer zu diesem Zeitpunkt die Nerven verloren und alles verkauft hat, um sich vor weiteren Verlusten zu schützen, der wird sich am Ende des Jahres vermutlich schwarz geärgert haben. Zu Recht!

Eine Geldanlage in Immobilien ist mental entspannend

An einer Immobilie hingegen hängt kein Preisschild. Es gibt keine handelbaren Kurse. Daher ist der Immobilienbesitzer vermutlich ziemlich entspannt durch den gleichen Zeitraum gegangen, weil er gar nicht wusste, ob seine Immobilie jetzt gerade mehr oder weniger Wert ist.

Die mentale Belastung, bei Wertverlusten Angst um sein Geld zu haben oder bei Wertsteigerungen über Gewinnmitnahmen nachdenken zu müssen, bleibt Immobilieninvestoren weitestgehend erspart.

Auch dieser Aspekt ist nicht zu unterschätzen: Er wird stärker, je größer die Summen werden und stellt einen faktischen Vorteil dar.

3. Wertsteigerungen der Immobilie

Robert Shiller, Professor an der Yale University USA, hat sich mit der Enwicklung von Immobilienpreisen, also deren Wertsteigerung, beschäftigt.

Hierzu hat er die Preissteigerungsraten um die Inflation (Wertverlust des Geldes) bereinigt und folgendes festgestellt:

  • von 1977 - 1996 (20 Jahre) betrug die Wertsteigerung + 0,6 %
  • von 1997 - 2008 (12 Jahre) betrug die Wertsteigerung - 1,5 %

Zusammengefasst: Die jährliche Wertsteigerung von Immobilien nach Inflation beträgt zwischen 0 und 1 Prozent! Hierbei sind Kosten und Steuern nicht berücksichtigt und Basis sind 100-%-Eigenkapital-Finanzierungen.

Ich höre jetzt quasi schon Deinen Aufschrei, denn Immobilien sind doch so teuer geworden. Das kann doch gar nicht sein.

Nun, die Zahlen lügen nicht und wir müssen sehen, dass es sich um Durchschnittswerte handelt: Hast Du eine Immobilie innerhalb des inneren Rings in München oder in Hamburg an der Außenalster, so wirst Du vermutlich eine deutlich höhere Wertsteigerung verzeichnen können.

Die Wertsteigerungen bei Immobilien beträgt im Durchschnitt 0% - 1% nach Inflation

Liegt das Haus oder die Wohnung jedoch in Gelsenkirchen, Bremerhaven oder Wittenberg, siehst Du die Kehrseite der Medaillie in Form von Wertverlusten.

Und im Durchschnitt sind es nunmal 0 bis 1 Prozent.

Es ist also ein vermeintlicher Vorteil, kein Fakt, daß Du mit Immobilien grundsätzlich große Wertsteigerungen erzielst.



Nachteile von Investitionen in Immobilien

Nachdem wir uns die Vorteile angesehen haben, werfen wir nun zusammen einen Blick auf die Nachteile von Immobilieninvestitionen.

1. Rendite / Opportunitätskosten

Bei den vermeintlichen Vorteilen haben wir uns schon die Wertsteigerungen angesehen, welche zwischen 0% und 1% liegt. Um diesen Aspekt jedoch vollständig bewerten zu können, musst Du die Renditen beachten plus die Opportunitätskosten berücksichtigen.

Dem Gabler Wirtschaftslexikon kannst Du für Opportunitätskosten die folgende Definition entnehmen:

"Alternativkosten; entgangene Erträge oder Nutzen im Vergleich zur besten, nicht realisierten Handlungsalternative. Die Vermeidung von Opportunitätskosten folgt aus dem Wirtschaftlichkeitsprinzip".

Machen wir uns die Opportunitätskosten bei Immobilien an folgendem Beispiel klar:

Du hast 200.000 Euro Vermögen auf dem Sparbuch und möchtest dieses Geld nun rentabel anlegen.

Sagen wir, eine Investition in eine 60-m2-Eigentumswohnung würde Dir eine angenommene Kaltmiete von 400 Euro monatlich bringen. Das wären 4.800 € Mieteinnahmen pro Jahr, was einer Rendite auf Deine 200.000 Euro Investition von 2,4% entspricht.

Not bad. Dein Vermögen wächst jährlich um 2,4 %

Allerdings könntest Du Deine 200.000 € auch in ein gut diversifiziertes Aktienportfolio investieren (z.B. breit gestreut in verschiedene ETFs)

Die durchschnittliche Rendite dieser Investition wären 6,5 %, was 13.000 € Einnahmen pro Jahr entspricht.


Anlageklassen Renditen Moneten Magier


In der Tabelle siehst Du die Renditen der wichtigsten Assetklassen im Zeitraum der rund letzten 200 Jahre.

Die Opportunitätskosten Deiner Kapitalanlage in die Eigentumswohnung gegenüber einem Investment in Aktien betragen somit 8.200 Euro (13.000 € - 4.800 €), und zwar pro Jahr!

Natürlich ist das vorliegende Beispiel nicht repräsentativ, sondern von mir willkürlich gewählt.

Vergleichst Du jedoch die durchschnittlichen Renditen von Anlageklassen, erkennst Du sofort, das ein Investment in Immobilien allein betrachtet durchaus positiv zu beurteilen ist, weil positive Renditen erzielt werden.

Im Vergleich mit den besten Investitionsmöglichkeiten entstehen Dir als privatem Anleger jedoch Opportunitätskosten in Form entgangener Gewinne, die sich langfristig in erheblichen Differenzen in Deinem Vermögen darstellen.

2. Liquidität der Investition

Der Vorteil, dass sich der Anleger beim Kauf einer Immobilie keinem mentalen Stress unterwirft, weil sie nicht börsengehandelt sind, ist auf der anderen Seite auch ein großer Nachteil.

Nehmen wir an, Dir gehört eine Eigentumswohnung in Frankfurt am Main im Gegenwert von ca. 550.000 Euro. Du brauchst jetzt gerade Geld in cash aus welchen Gründen auch immer, dann hilft Dir dieses tolle "Betongold" akut nicht weiter, weil es nämlich gerade nicht börsengehandelt ist.

Der "Handel" von Immobilien ist aufwendig

Um die Wohnung zu liquidieren, sprich zu Geld zu machen, musst Du

  • Einen Makler beauftragen oder Anzeigen in einem Portal schalten
  • Mit Käufern über den Preis verhandeln
  • Warten, bis Käufer eine Finanzierung bekommen
  • Einen Termin beim Notar machen
  • Warten, bis die Eintragung im Grundbuch vollzogen ist und der Kaufpreis an Dich bezahlt wird

Meiner persönlichen Erfahrung nach dauert dieser Prozess im Idealfall 3 Monate und im Normalfall 6 bis 9 Monate.

Ein Investment in Immobilien hat also den Nachteil einer extrem schlechten Liquidität.

3. Kosten

Der vielleicht größte Nachteil an Immobilieninvestitionen sind meiner Meinung nach jedoch die Kosten, welche beim Erwerb entstehen (Kaufnebenkosten).

Nehmen wir wiederum das obige Beispiel: Du möchtest eine Wohnung für 200.000 Euro kaufen und hast Dich mit dem Verkäufer auf diesen Preis geeinigt. Zusätzlich zu diesem Kaufpreis entstehen Dir jetzt jedoch noch einige Kaufnebenkosten in folgender Höhe:

  • Maklergebühr 3,5 bis 7,5 %
  • Grunderwerbsteuer 3,5 bis 6,5 %
  • Notargebühren 1,5 bis 2 %

Die jeweiligen Sätze variieren nach Bundesland und unterliegen hinsichtlich der Maklergebühr auch keiner gesetzlichen Regelung.

Für eine genaue Kalkulation findest Du unter smart-rechner ein hilfreiches online tool.

Machen wir eine Beispielrechnung für die Kosten Deines Wohnungskaufs.

  • Kaufpreis: 200.000 €
  • Makler: 7.000 € - 15.000 €
  • Grunderwerbsteuer: 7.000 € - 13.000 €
  • Notargebühren: 3.000 € - 4.000 €

Die Kaufnebenkosten für die Anschaffung liegen also irgendwo zwischen 17.000 € und 32.000 €.

Diese Kosten musst Du mit der Immobilie erst mal wieder rein holen, bevor wir von einer positiven Rendite reden können!

Vergleichen wir auch hier die Kosten mit den Anschaffungskosten von einer Kapitalanlage in ein Aktienportfolio bei einem online-Broker (ich nutze Interactive Brokers):

Hättest Du für 200.000 Euro beispielsweise Coca-Cola Aktien gekauft, hätten sich die Kosten im worst case auf 1% der Anlagesumme belaufen, also insgesamt 2.000 €.

Konkret wären es in diesem Beispiel jedoch rund 24 € an Commissions gewesen.

Die Interpretation dieser Zahlen überlasses ich nun Dir.



Geld in Immobilien mit Fonds investieren

Neben den Direktinvestitionen in Immobilien, welche wir uns bis jetzt angesehen haben, kannst Du natürlich auch in sogenannte Immobilienfonds investieren.

Hier werden offene und geschlossene Immobilienfonds unterschieden. Eine solche Investition hat verschiedene Vor- und Nachteile:

Vorteil: Investitionen in Immobilien mit kleinen Beträgen

Ein Vorteil von Fonds ist der, dass Du nicht eine ganze Immobilie kaufen musst, sondern in beliebiger Größenordnung Anteile kaufen kannst.

Somit erhalten auch Anleger mit weniger Kapital die Möglichkeit, in die Assetklasse Immobilien zu investieren.

Vor- und Nachteil: Lange Haltefristen

Wichtig an dieser Stelle: Die Rückgabe der Fondsanteile ist oftmals reglementiert. Das bedeutet, Du kannst die Anteile nicht innerhalb von 1-2 Tagen verkaufen und in cash umwandeln, sondern musst die Anteile erst kündigen.

Hier sind aktuell Mindesthaltefristen und/oder Kündigungsfristen von 12-24 Monaten möglich.


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Das ist nun gleichzeitig ein Vor- als auch ein Nachteil. Der Nachteil liegt klar auf der Hand: Die Liquidität (Verfügbarkeit Deines Geldes) ist hier erneut stark eingeschränkt.

Diese mangelhafte Liquidierbarkeit ist jedoch auf der anderen Seite ein klarer Vorteil: Die obige Grafik zeigt den Kursverlauf des Immobilienfonds Grundbesitzt Global, den ich persönlich bespare. Die Corona-Krise, welche den Rest meines Depots um 40% ins Minus gebracht hat, hat den Kurs des Fonds nur marginal tangiert. Weil eben Niemand seine Anteile sofort (in Panik) kündigen und sein Geld abziehen konnte.

Nachteil: Geringe Renditen und hohe Kosten

Warum stecke ich nun nicht mein ganzes Geld in einen solchen Fonds? Weil es zwei gravierende Nachteile gibt:

  1. relativ schlechte Performance
  2. ziemlich hohe Kosten

Der hier beispielhaft verwendete Fonds Grundbesitz Global bringt im Durchschnitt 3,2% Rendite pro Jahr. Berücksichtige ich erneut die Opportunitätskosten gegenüber einer Investition in Aktien, ist das ein klarer Nachteil.

Zudem kommen sehr hohe Kosten hinzu: Der Fonds nimmt 5% Ausgabeaufschlag, die bei jedem Kauf zu zahlen und erstmal zu erwirtschaften sind.

Fazit

Vielleicht fragst Du Dich jetzt gerade: Was stimmt denn mit dem Dean nicht? Warum kauft er so einen Fonds? Nun, die Antwort ist einfach: Portfolioaufteilung! Ich kaufe hier Sicherheit, keine Rendite.

In meinem Depot gibt es einen großen Anteil, den ich in Aktien gesteckt habe und bei dem der Fokus auf Rendite liegt. Und es gibt einen Anteil, den ich in Immobilienfonds gesteckt habe und bei dem der Fokus auf Sicherheit liegt. Bei diesem Anteil möchte ich hohe Kursschwankungen vermeiden, damit ich Nachts noch gut schlafen kann.

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Geld in Immobilien mit ETFs anlegen

Wenn Du den Vorteil der Möglichkeit, mit kleinen Summen in Immobilien investieren zu können, nutzen und den Nachteil der hohen Kosten bei Fonds vermeiden magst, bietet sich eine Investition in einen Branchen ETF, genauer gesagt in einen Immobilien ETF an.

Was ist ein Immobilien ETF?

Ein Immobilien ETF investiert in Aktienunternehmen, die in der Immobilienbranche tätig sind. Hierbei geht er passiv vor und bildet einen Index nach: Er investiert also breit gestreut in alle Unternehmen, die im jeweiligen Index enthalten sind.

Vorteile von Immobilien ETFs

Die Vorteile eines solchen Immobilien ETFs sind:

  1.  bessere Renditen
  2.  niedrigere Kosten

So liefert der iShares Developed Markets Property Yield UCITS ETF beispielsweise 4,2% Rendite pro Jahr und hat an laufenden Kosten lediglich 0,59%.

Außerdem ist ein ETF börsengehandelt und kann täglich zu Geld gemacht werden. Die Liquidität ist also sehr hoch und allemal besser als bei Immobilienfonds.

Damit wird mein Immobilienfonds deutlich outperformt.

Nachteile von Immobilien ETFs

Trotzdem habe ich mich für den Fonds entschieden, denn für meinen Zweck ist die Stabilität wichtig, siehe oben.

In der folgenden Grafik findest Du den Kursverlauf des ETFs im gleichen Zeitraum:


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Deutlich zu erkennen: Die Corona-Krise, welche meinen Fonds quasi nicht tangiert hat, sorgte beim ETF hingegen für einen Kursverlust von rund 40%! Damit scheidet er für meine Zwecke der Absicherung im Fall von Kursverlusten aus, niedrigere Kosten oder bessere Performance hin oder her ...

Ein Nachteil des ETFs ist also seine hohe Volatilität, gerade in Krisenzeiten. Er verhält sich damit quasi wie ein Aktien ETF, nur mit deutlich niedrigerer Rendite.



Fazit

Zusammenfassend bin ich der Meinung, dass Geld in Immobilien zu investieren eine gute Idee sein kann, es aber einiges an Rahmenbedingungen zu berücksichtigen gilt. Eine solche Investition ist stark von den persönlichen Zielsetzungen und individuellen Voraussetzungen abhängig.

Ob und wie Du jetzt in Immobilien investieren möchtest, kannst Du nun hoffentlich anhand der Gedanken in diesem Beitrag sinnvoll für Dich entscheiden.



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Ich bin überzeugt davon, dass sich Geld, Renditen, Kapitalismus und Werte nicht gegenseitig ausschließen.

Im Gegenteil: Geld richtig eingesetzt führt dazu, dass unser aller Leben besser und schöner wird.

Alles, was gegen die Natur ist, hat auf Dauer keinen Bestand - Charles Darwin

Wir haben nur diese eine Erde, sie ist unser aller Zuhause. Und unser Zuhause sollte sauber und intakt sein, damit wir dort gesund und glücklich leben können.

Deshalb unterstützt der Moneten-Magier Plant for the Planet.

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