Weißt Du alles über den Strike Preis bei Optionen?

von Dean Gröning

Nach ein paar Jahren voller schöner, zum Teil auch schmerzhafter Erfahrungen im Optionshandel bin ich innerlich zu folgendem Ergebnis gekommen. Wenn es nur eine einzige Sache gäbe, die ich Dir zu Optionen zurufen dürfte, dann wäre es diese: Der wichtigste Aspekt erfolgreichen Optionshandels ist die passende Wahl des Strike Preis!


Das Wichtigste in der Zusammenfassung

  • Der Strike Preis ist der Preis, zu dem der Käufer der Option sein Recht (Kauf oder Verkauf des Basiswert) ausüben kann
  • Die Moneyness beschreibt das Verhältnis vom Strike Preis zum aktuellen Kurs des Basiswerts
  • Je nach Höhe des Strike Preis liegt die Option "in the money", "at the money" oder "out of the money"
  • Der Strike Preis hat unmittelbare Auswirkungen auf die Gewinnwahrscheinlichkeit der Option und die Optionsprämie (Optionspreis)
  • Die Wahl des "richtigen" Strike Preis ist elementarer Kern einer erfolgreichen Handelsstrategie


Inhaltsverzeichnis

Definition Strike Preis

Wie hängen Strike Preis und Moneyness zusammen?

Verschiedene Beispiele zum Strike Preis

Welcher ist der "richtige" Strike Preis?



Definition Strike Preis

Wenn zwei Parteien einen Optionskontrakt abschließen, enthält dieser verschiedenste Bestimmungen, beispielsweise die Optionsart (Call oder Put), den Ausübungszeitraum, die Optionsprämie und auch den Strike Preis.

Der Strike Preis, auch Basispreis oder Ausübungspreis genannt, definiert hierbei den Preis (Kurs), zu dem der Käufer der Option das Underlying kaufen (Call) oder verkaufen (Put) kann.

Strike Preis: Preis, zu dem der Käufer das Kauf- oder Verkaufsrecht ausüben kann

Bei Optionen europäischen Typs kann die Ausübung lediglich am Verfallstag erfolgen; bei Optionen amerikanischen Typs kann die Ausübung während der gesamten Laufzeit erfolgen.

Der Strike Preis bleibt während der gesamten Laufzeit der Option gleich, er ist fix. Im Gegensatz zum Kurs des dazugehörigen Underlyings.


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Wie hängen Strike Preis und Moneyness zusammen?

Wenn Du eine Option zu einem bestimmten Strike Preis handeln möchtest, hast Du Dich in diesem Zusammenhang zwingend mit der Moneyness, der Lage der Option "zum Geld", auseinanderzusetzen.

Die Moneyness beschreibt hierbei konkret das Verhältnis vom Strike Preis zum aktuellen Kurs des Basiswerts (Underlyings).

Es gibt nun drei mögliche Szenarien für die Moneyness:

  • Der Strike Preis liegt über dem aktuellen Kurs des Basiswerts
  • Der Strike Preis entspricht genau dem aktuellen Kurs des Basiswerts
  • Der Strike Preis liegt unter dem aktuellen Kurs des Basiswerts

In der Fachsprache gibt es für jedes dieser Szenarien eine eigene, sinnvolle Bezeichnung:

In the money (ITM)

Wenn eine Option einen inneren Wert besitzt, ist sie "in the money", zu deutsch liegt sie "im Geld".

Hier musst Du jedoch zwischen Call und Put Optionen unterscheiden:

  • Call Option: Befindet sich "in the money", wenn der Strike Preis unterhalb des aktuellen Kurs des Basiswerts notiert
  • Put Option: Befindet sich "in the money", wenn der Strike Preis oberhalb des aktuellen Kurs des Basiswerts notiert


strike preis optionen in the money moneten magier


In den Beispielen weiter unten schauen wir uns die Moneyness bei verschiedenen Basiskursen an.

Out of the money (OTM)

Wenn eine Option keinen inneren Wert besitzt, ist sie "out of the money", zu deutsch liegt sie "aus dem Geld".

Auch hier unterscheidest Du wieder zwischen Call und Put Optionen:

  • Call Option: Befindet sich "out of the money", wenn der Strike Preis oberhalb des aktuellen Kurs des Basiswerts notiert
  • Put Option: Befindet sich "out of the money", wenn der Strike Preis unterhalb des aktuellen Kurs des Basiswerts notiert


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Betrachten wir noch abschließend das dritte Szenario, welches in der Praxis eher selten vorkommt.

At the money (ATM)

Wenn der Strike Preis einer Option genau dem aktuellen Kurs des Basiswerts entspricht, ist sie "at the money", zu deutsch liegt sie "am Geld".

In diesem Szenario gibt es keine Unterscheidung zwischen Call und Put Optionen. In beiden Fällen gilt:

  • "at the money": Strike Preis = aktuelle Kurs des Basiswerts


strike preis optionen at the money moneten magier


Die Lage der Option ist ein entscheidender Faktor für die Höhe der Optionsprämie, welche für uns im Optionshandel von entscheidender Bedeutung ist.



Verschiedene Beispiele zum Strike Preis

Wie in der Definition bereits gelernt, bleibt der Strike Preis einer Option während der gesamten Laufzeit unverändert. Was sich jedoch ständig ändert, ist der Preis (aktuelle Kurs) des Basiswerts.

Daher ein paar Beispiele, wie sich die Moneyness ändert, wenn sich der Kurs des Basiswerts ändert.

Strike Preis 200 Euro - Call Option

Eine Call Option hat einen Strike Preis von 200 Euro. Welche Moneyness ergibt sich bei einem Kurs des Basiswert von 180 / 200 / 220 Euro?

StrikeKurs Basiswert
Moneyness
200 Euro
180 Euro
OTM

Die Option hat keinen inneren Wert, sie liegt "aus dem Geld". Daher ist eine Ausübung nicht sinnvoll. Du kannst ja das Underlying, beispielsweise Aktien, jetzt günstiger direkt an der Börse für 180 Euro kaufen als durch die Ausübung der Option zu 200 Euro.


StrikeKurs Basiswert
Moneyness
200 Euro
200 Euro
ATM

Die Option hat ebenfalls keinen inneren Wert, sie liegt "am Geld". Eine Ausübung kann Sinn machen, um ggf. Gebühren zu sparen. Der Anschaffungspreis der Aktien liegt für Dich auf jeden Fall bei 200 Euro.


StrikeKurs Basiswert
Moneyness
200 Euro
220 Euro
ITM

Jetzt besitzt die Option einen inneren Wert in Höhe von 20 Euro, sie liegt "im Geld".  Du kannst jetzt nämlich die Aktien über die Ausübung der Option zum Preis von 200 Euro kaufen und sofort an der Börse zu 220 Euro verkaufen. Die Ausübung der Option ist sinnvoll.

Strike Preis 50 Euro - Put Option

Betrachten wir nun eine Put Option mit einem Strike Preis von 50 Euro. Welche Moneyness ergibt sich bei einem Kurs des Basiswert von 40 / 50 / 60 Euro?

StrikeKurs Basiswert
Moneyness
50 Euro
40 Euro
ITM

Die Option hat einen inneren Wert von 10 Euro, sie liegt "im Geld". Du könntest jetzt Aktien direkt an der Börse kaufen und über die Option 10 Euro teurer zum Kurs von 50 Euro verkaufen. Die Ausübung der Option ist sinnvoll.


StrikeKurs Basiswert
Moneyness
50 Euro
50 Euro
ATM

Die Option hat keinen inneren Wert, sie liegt "am Geld". Du kannst Aktien über die Börse direkt oder über die Ausübung der Option verkaufen. Der Preis liegt jedoch in beiden Fällen bei 50 Euro.


StrikeKurs Basiswert
Moneyness
50 Euro
60 Euro
OTM

Diese Option hat ebenfalls keinen inneren Wert, sie liegt "aus dem Geld". Eine Ausübung ist nicht sinnvoll, da Du Deine Aktien an der Börse direkt zum Kurs von 60 Euro verkaufen kannst, wohingegen ein Verkauf über die Ausübung der Option Dir nur 50 Euro bringen würde.

Die folgende Übersicht fasst alle Szenarien nochmal zusammen:


strike preis moneyness optionen moneten magier




Welcher ist der "richtige" Strike Preis?

Nun stellt sich Dir vermutlich die Frage: Welchen Strike Preis solltest Du für ein erfolgreiches Trading auswählen?

Diese Frage ist nicht ganz so einfach zu beantworten. Und doch ist die Antwort in meinen Augen ein extrem wichtiger, vielleicht sogar der wichtigste Bestandteil Deiner Handelsstrategie.

Der Strike Preis und die Optionsprämie

Der Strike Preis wirkt sich dirket auf die Höhe der Optionsprämie aus. Hierbei gilt folgende Systematik:

Optionen, deren Strike Preis nahe "am Geld" liegen (at the money), haben eine angemessene Optionsprämie. Die Wahrscheinlichkeit, ob sich die Option "in the money" oder "out of the money" entwickelt, je nach Richtung der Kursbewegung des Underlyings, hält sich somit die Waage.

Optionen, die "im Geld" liegen (in the money), sind verhältnismässig teuer. Hier gilt:

  • Je tiefer die Option "im Geld" liegt, desto höher der Optionspreis

Dies hängt damit zusammen, dass die Option jetzt neben dem Zeitwert auch noch einen inneren Wert aufweist, welcher immer größer wird, je tiefer die Option "in the money" ist.

Optionen, die "aus dem Geld" liegen, sind hingegen verhältnismässig günstig. Hier gilt:

  • Je weiter die Option "aus dem Geld" liegt, desto niedriger der Optionspreis

"Out of the money" Optionen haben ja keinen inneren Wert, sondern lediglich einen Zeitwert.

Der Strike Preis und die Ausübungswahrscheinlichkeit

Wie Du schon weißt, verbrieft eine Option immer ein Recht, das sogenannte Ausübungsrecht. Der Käufer einer Option erwirbt das Recht, den Basiswert zum Strike Preis kaufen (Call) oder verkaufen (Put) zu können.

Die Wahl des Strike Preis ist dabei ein entscheidender Faktor, wie hoch die Wahrscheinlichkeit - und damit auch das Risiko - ist, dass die Option am Ende der Laufzeit "in the money" liegt.

Für die Ausübungswahrscheinlichkeit gibt es sogar eine extra Kennzahl im Optioshandel: Das Delta.

Grundsätzlich gilt dabei folgender Zusammenhang zwischen Delta und Strike Preis:

  • Je weiter die Option "im Geld" liegt, desto größer ist das Delta (Ausübungswahrscheinlichkeit)
  • Je weiter die Option "aus dem Geld" liegt, desto kleiner ist das Delta (Ausübungswahrscheinlichkeit)
  • Optionen "am Geld" haben ein Delta von 0.5 (50%)


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Vereinfacht ausgedrückt kannst Du der obigen Grafik entnehmen, dass die Ausübungswahrscheinlichkeit immer mit der Prämie korreliert, sprich sich identisch entwickelt.

Optionen, die eine hohe Gewinnwahrscheinlichkeit (ITM) aufweisen, sind demzufolge relativ teuer, wohingegen Optionen mit einer niedrigen Gewinnwahrscheinlichkeit (OTM) eher günstig sind.

Du darfst nun die Entscheidung für Dich treffen, wo auf der Skala Du Dich am wohlsten fühlst: Bei einer niedrigen Wahrscheinlichkeit zu günstigen Preisen oder bei einer hohen Wahrscheinlichkeit zu teuren Preisen.



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Die Moneyness: Ein Bericht zur Lage der Option

Die "out of the money" Strategie im Optionshandel

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