Bei Depot Eröffnung beachten: Die 3 häufigsten Fehler

VON DEAN GRÖNING

Als ich angefangen habe, meine Ersparnisse rentabel zu investieren, habe ich Aktien gekauft. Dafür benötigte ich ein Depot.

Weil ich mein Girokonto (privates Konto) bei der Sparkasse hatte, habe ich auch einfach dort das Depot eröffnet. War ganz easy und unkompliziert. Ich war als Kunde zufrieden, weil der Service gut und die Abwicklung einfach war.

Aus heutiger Sicht war das Depot jedoch nocht etwas anderes: Teuer!

Was Du in diesem Artikel lernen kannst

In diesem Beitrag erkläre ich Dir, was ein Depot ist, warum Du es für Deinen Wertpapierhandel benötigst und was Du unbedingt bei der Depot Eröffnung beachten solltest.

Denn mit dem Depot ist es wie mit vielen anderen Dingen im Leben auch: Der Teufel steckt im Detail. Also vermeide die Anfängerfehler, die ich - wie so viele andere auch - zu Beginn meiner Investorenkarriere gemacht habe und mache es von Anfang an richtig.

Der passive Investor: Teil 6 / 6

Dies ist die finale Stufe auf Deinem Weg zum Level 1, dem passiven Investor. Du kennst jetzt schon die verschiedenen Anlageklassen und mehrere Möglichkeiten, sinnvoll zu investieren. Jetzt werfen wir abschließend noch einen Blick auf die formalen Voraussetzungen, derer es für den Handel bedarf.

Eine Übersicht über den kompletten Weg findest Du hier.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Depot?

Warum brauchst Du ein Depot?

Wo kannst Du ein Depot eröffnen?

Was Du bei der Depot Eröffnung beachten solltest

Fehler Nr. 1: Zu hohe Kosten

Fehler Nr. 2: Zu wenige handelbare Wertpapiere

Fehler Nr. 3: Zu komplizierte Handelsplattform

Fazit


Was ist ein Depot?

Wenn Du Wertpapiere (Aktien, Anleihen & Co) handeln - also kaufen und verkaufen - möchtest, benötigst Du dafür ein sogenanntes Wertpapierdepot.

Ein Wertpapierdepot kannst Du Dir als eine Art extra Konto vorstellen, auf welchem Deine Bestände von Wertpapieren gebucht und festgehalten werden

Das Referenzkonto zum Depot

Außerdem bedarf jedes Wertpapierdepot noch eines Referenzkontos, einem laufenden Konto über das die Gebühren, Gewinne sowie Kauf-/Verkaufsbeträge gebucht werden.

Im Normalfall wird Dein laufendes Konto als Referenzkonto genutzt werden.


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Warum brauchst Du ein Depot?

Leider kannst Du Wertpapiere nicht über Dein laufendes Konto oder Sparbuch handeln, sondern ausschließlich über Depots oder ein Depot-Konto.

Wertpapiere kaufen

Kaufst Du beispielsweise 100 Aktien von Coca Cola, so werden Deinem Referenzkonto das Geld für den Kaufpreis (100 Aktien x 45 Euro = 4.500 Euro) und die Gebühren für den Kauf (z.B. 1 % vom Kaufpreis = 45 Euro) belastet, insgesamt also 4.545 Euro.

Parallel dazu werden automatisch Deinem Wertpapierdepot die 100 Coca Cola Aktien gutgeschrieben.

Wertpapiere verkaufen

Sollte der Kurs der Coca Cola Aktien jetzt auf 60 Euro steigen, möchtest Du sie vielleicht wieder verkaufen und den Gewinn realisieren.

Dann werden die 100 Stück aus Deinem Depot ausgebucht und die Gutschrift von 6.000 Euro (100 Aktien x 60 Euro) Deinem Referenzkonto gutgeschrieben. Du hast in diesem Beispiel also 1.455 Euro Gewinn gemacht.



Wo kannst Du ein Depot eröffnen?

Es gibt 3 verschiedene Möglichkeiten, wo Du ein Depot eröffnen kannst: Direkt bei einer Fondsgesellschaft, bei Deiner Hausbank oder bei einem (Online) Broker.

Depot bei einer Fondsgesellschaft

Wie Du im Beitrag über ETFs schon gelernt hast, gibt es eine Fülle von aktiv gemanagten Fonds, wo ein Fondsmitarbeiter die Auswahl der Wertpapiere übernimmt und versucht, zum best möglichen Zeitpunkt zu kaufen bzw. zu verkaufen.

Solche Fonds werden von vielen unterschiedlichen Fondsgesellschaften zum Kauf angeboten, z.B. Union Investment oder Deka.

Wenn Du jetzt Fonds dieser Anbieter kaufen möchtest, wird Dein Bankberater Dir ein Depot bei der jeweiligen Fondsgesellschaft eröffnen und Dein laufendes Konto wird als Referenzkonto dienen.

Depot bei der Bank

Du kannst natürlich auch bei der Bank, wo Du Dein privates Girokonto hast, direkt ein Depot eröffnen. So, wie ich es bei der Sparkasse getan habe.

Depot bei einem Online Broker

Die dritte Möglichkeit ist die Eröffnung eines Depots bei einem Online Broker.

Ein Broker ist ein Finanzdienstleister, der im Auftrag seiner Anleger die Vermittlung von Handelsobjekten übernimmt und dafür überwiegend Börsen nutzt

In der Vergangenheit war diese Aufgabe Hoheitsgebiet der Banken. Durch die Digitalisierung und die Möglichkeiten des Internet sind jedoch viele neue Unternehmen in dieses Geschäft eingestiegen und bieten mittlerweile dem privaten Anleger vielfältige Möglichkeiten, direkt an der Börse zu handeln.

Die Übersicht zeigt eine kleine Auswahl dieser Online Broker im Vergleich:


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Die obige Aufstellung stellt keine Wertung oder Empfehlung dar, sondern soll Dir einfach beispielhaft zeigen, welche weiteren Wahlmöglichkeiten Du bei der Eröffnung Deines Depots hast.

Bei der Darstellung habe ich auch keinen Anspruch auf Vollständigkeit.


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Was Du bei der Depot Eröffnung beachten solltest

Nun stellt sich ja konsequenter Weise die Frage, für welche Wahl Du Dich jetzt entscheiden solltest.

Hierzu empfehle ich Dir einen Vergleich der verschiedenen Möglichkeiten, also einem Depot direkt bei einer Fondsgesellschaft, bei einer Bank oder einem Online Broker.

Wichtig sind nun die Kriterien, welche Du vergleichen solltest und die von Anbieter zu Anbieter unterschiedlich bewertet werden können:

Du solltest genauer hinsehen bei den Kosten, den handelbaren Wertpapieren und der Benutzerfreundlichkeit der Handelsplattform!



Fehler Nr. 1: Zu hohe Kosten

In der Einleitung habe ich bereits angedeutet, warum ich heute kein Depot mehr bei der Sparkasse habe, obwohl ich mit dem Service und der Abwicklung zufrieden war.

Der wichtigste Aspekt bei der Auswahl des Brokers/Depots sind die Kosten

Die Gebühren, welche Banken vom Anleger für die Bereitstellung eines Depots verlangen (können), sind nicht gesetzlich reguliert. Es gibt also keine Vorschrift, welche festlegt, dass der Kauf eines ETFs 5,00 Euro und der Verkauf einer Aktie maximal 7,50 € kosten darf.

Aus diesem Grund gibt es große Unterschiede in der Kostenstruktur, je nach Anbieter.

Die Transaktionskosten

Im Preisaushang der Sparkasse Essen finden sich zum Beispiel Gebühren für den Kauf von Aktien in Höhe von

  • 15,00 Euro plus
  • 1 % vom Kurswert

je Order. Das bedeutet, dass Du bei solch einem Depot  für den Kauf von Aktien im Gegenwert von 1.000 Euro eine Gebühr von 25 Euro zu bezahlen hättest.  Das klingt jetzt zunächst mal nicht viel, sind aber in Summe 2,5 %. Und die sind erstmal weg.

Die jährliche Depotgebühr

Zusätzlich zu den Transaktionskosten wird in diesem Fall noch eine jährliche Depotgebühr, analog zu den Kontoführungsgebühren Deines privaten Girokontos, in Höhe von

  • 1 Promille vom Depotwert

fällig.

Angenommen, Dein Depot würde Wertpapiere im Gegenwert von 50.000 € enthalten, wären dies nochmal 50 Euro.

Ist auch nicht die Welt, aber ich persönlich würde die 50 Euro lieber nutzen, um mir damit etwas beim Italiener zu bestellen.

Online Broker in Sachen Kosten unschlagbar

Schau Dir hierzu im Vergleich nochmal die Kostenstruktur der Online Broker aus der obigen Darstellung an.

Die meisten Online Broker bieten ein Depot mit

  • 0 Euro Transaktionskosten
  • 0 Euro Depotgebühr

Der größte Fehler bei der Auswahl des Brokers/Depots liegt in meinen Augen daher darin, einen Anbieter mit zu hohen Kosten auszuwählen.


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Fehler Nr. 2: Zu wenige handelbare Wertpapiere

In meinem Blogbeitrag zum Thema Asset-Aufteilung hast Du die verschiedenen Anlageklassen kennen gelernt.

Wenn Du nun ein Depot eröffnen möchtest, solltest Du daher darauf achten, dass auch die Wertpapiere/Anlageklassen gehandelt werden können, in die Du investieren möchtest.

Aktien, ETFs, Anleihen & Co

Wenn Du ein Level-1-Investor werden möchtest, musst Du Dir über diesen Aspekt nicht so viele Gedanken machen, denn letztendlich benötigst Du nur eine gewisse Auswahl an ETFs und/oder Aktien. Dies gehört bei den meisten Brokern zum Standardangebot.

Möchtest Du jedoch Level-2-Investor werden, solltest Du darauf achten, dass auch Derivate (Optionen), Anleihen und Co gehandelt werden können.

Der zweite Fehler bei der Auswahl des Brokers/Depots besteht also darin, einen Anbieter auszuwählen, der die gewünschte Anlageklasse nicht zum Handel anbietet.




Fehler Nr. 3: Zu komplizierte Handelsplattform

Eher ein Soft-Skill, aber trotzdem zu berücksichtigen: Die Bedienbarkeit der Handelsplattform.

In der heutigen Zeit wird bei den meisten Brokern, welche Depots zu 0 Euro Gebühren anbieten, auf Self-Service gesetzt.

Das bedeutet, dass Du nicht, wie ich es früher bei der Sparkasse gemacht habe, Deinen zuständigen Kundenbetreuer kontaktiern und ihm mitteilen kannst, was er kaufen oder verkaufen soll. Es gilt: Selbst ist der Mann bzw. die Frau.

Nahezu alle Broker bieten mittlerweile internetbasierte Handelsplattformen an, auf denen Du - genau wie beispielsweise Überweisungen im Online Banking - Deine Börsengeschäfte selber direkt abwickeln kannst bzw. musst.

Funktionsumfang vs. Benutzerfreundlichkeit

Rein technisch, von den Möglichkeiten der Bedienung her, unterscheiden sich die meisten Broker meiner Meinung nach nicht signifikant. Von der Gestaltung der Arbeitsoberfläche her jedoch schon.

Die Grafik zeigt Dir beispielhaft die Suchfunktion für Fonds in meinem eBase Depot. Ohne jetzt auf die Details einzugehen, finde ich persönlich diese Arbeitsoberfläche absolut selbsterklärend, aufgeräumt und übersichtlich.

Ich denke, Du wüsstest sofort, welche Einstellungen Du vornehmen müsstest, wenn Du einen ETF, der synthetisch repliziert den Anlageschwerpunkt Aktien in der ganzen Welt abbilden soll, suchen würdest.


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Als zweites Beispiel habe ich Dir mal einen Ausschnitt der Traderworkstation TWS eingefügt, welches die Handelsplattform von Interactive Brokers  ist.


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Die TWS ist die mit Abstand umfangreichste Handelsplattform, was die Einstellungsmöglichkeiten betrifft, die ich persönlich kenne. Diese Fülle an Möglichkeiten geht jedoch zu Lasten der Benutzerfreundlichkeit.

Bevor ich meine ersten praktischen Erfahrungen mit der TWS sammeln konnte, habe ich tatsächlich erstmal Trainings-Videos angesehen und einen Test mit Spielgeld gemacht. Und erst danach habe ich mich in die freie (Finanz-) Wildbahn getraut.

Meine Empfehlung an Dich

Warum ist die Bedienbarkeit der Handelsplattform jetzt ein Auswahlkriterium? Nun, weil ich diesbezüglich auch schon schlechte Erfahrungen sammeln durfte.

Wenn Du selber Deine Trades (Kauf- und Verkauforders) online eingibst, wirst Du früher oder später einmal in hektische Situationen kommen: Die Kurse steigen gerade rasant an und Du willst noch schnell kaufen. Oder die Kurse fallen gerade und Du willst schnellst möglich verkaufen.

In solchen Situationen schaltet Dein Stammhirn manchmal auf Autopilot und Du drückst dann schneller auf den falschen Knopf, als Du gucken kannst.

Es ist mir schon passiert, dass ich in hektischen Momenten z.B. Optionen gekauft statt verkauft habe, einfach nur, weil ich den Button im Stress falsch interpretiert habe. Klingt doof, ist aber so.

Ich würde Dir daher empfehlen, verschiedene Handelsplattformen einem Test zu unterziehen und diejenige auswählen, welche für Dich am einfachsten zu bedienen ist

Der dritte Fehler bei der Auswahl des Brokers besteht darin, den günstigsten Broker mit den meisten Anlagemöglichkeiten auszuwählen. Das hilft nichts, wenn Du die Handelsplattform nicht einfach und sicher bedienen kannst.



Fazit

Die Wahl des Brokers, bei dem Du Dein Depot eröffnest, ist mehr eine Kunst als eine Wissenschaft. Den perfekten Broker gibt es nicht, alle haben irgendwelche Vor- und Nachteile.

Der kürzeste Weg zu Deinem Depot:

  1. Vergleichsseiten für Depots im Internet checken und Vorauswahl treffen. Auswahlkriterien sind Kosten und handelbare Wertpapiere

  2. Bei max. 3 Kandidaten Demo-Account eröffnen und Handelsplattform testen

  3. Entscheidung treffen, welche Handelsplattform Dir am besten gefällt und bei dem Broker das Depot eröffnen

Sobald Dein Depot eröffnet ist, kannst Du anfangen, Deine ersten Wertpapiere zu kaufen. Dann entspannst Du Dich und lässt Dein Geld für Dich arbeiten. Das ist der Plan.


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Wie es weiter geht ...

Die weiteren Schritte auf dem Weg zum Level-1-Investor findest Du in den folgenden verlinkten Beiträgen:

Schritt 1: Warum selber investieren - Problem der Anlageberater

Schritt 2: Anlageklassen - In was sollst Du investieren

Schritt 3: ETFs - Grundlagen und Strategien

Schritt 4: Aktien - Welche Werte sind empfehlenswert

Schritt 5: Immobilien - Anlageklassen mit Besonderheiten

Dies ist der finale Artikel dieser Serie, zum vorherigen Artikel geht es hier.


Nun hast Du ein solides Grundgerüst, mit dem Du als Level-1-Investor passiv erfolgreich Dein Geld investieren kannst. Mehr brauchst Du nicht, um Vermögen aufzubauen!

Sollte Dich das Thema Geld & Finanzen jedoch gepackt haben und/oder Du möchtest höhere Renditen erzielen und somit den Vermögensaufbau beschleunigen, dann schau Dir doch mal die Möglichkeiten eines Level-2-Investors an.


Dir wünsche ich nun einen guten Start in die Welt der Investitionen und immer hohe Renditen!

Dein Moneten-Magier

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