Den Zinseszinseffekt für erfolgreiche Investitionen nutzen

VON DEAN GRÖNING

Du möchtest Deine Ersparnisse gewinnbringend investieren, z.B. für die Altersvorsorge? Du bist auf der Suche nach einem Schutz gegen die Inflation?

Wenn Du mehr aus Deinem Geld machen und Dein Finanzwissen ausbauen möchtest, musst Du Dich auch dem Thema Zinsen und speziell dem Zinseszinseffekt widmen.

Die Geheimnisse der Geldanlage

Bei einer Geldanlage investierst Du Geld unter mehreren Voraussetzungen:

  1. Du möchtest Dein investiertes Kapital in voller Höhe zurück bekommen (Aspekt der Sicherheit).
  2. Du möchtest aber zusätzlich noch eine Belohnung für Deine Mühen, quasi eine Bezahlung (Rendite oder Verzinsung). Du erhältst also für Dein investiertes Kapital Zinsen.

Beispielhaft ausgedrückt: Du leihst Jemandem 100 Euro, investierst also Dein Geld. Nach einem Jahr möchtest Du die 100 Euro in voller Höhe zurück haben zuzüglich einer Verzinsung Deines investierten Kapitals, beispielsweise weitere 5 Euro.

Du bekommst also konkret 105 Euro zurück; Dein investiertes Kapital hat sich mit 5 Prozent verzinst.

Was Du hier lernen kannst ...

Im folgenden Artikel lernst Du, warum es Zinsen überhaupt gibt, welche wirtschaftliche Bedeutung sie haben, wie man sie berechnet und wie Du dieses Wissen für Deine eigenen Investitionen verwenden kannst.


Inhaltsverzeichnis

Zinsen in der Historie

Bedeutung und Nutzen von Zinsen

Berechnung von Zinsen

Der Zinseszinseffekt

Berechnung der Zinseszinsen

Bedeutung von Zinsen und Zinseszinsen für Anlagen

Fazit



Zinsen in der Historie

Was für uns als private Anleger heute normal ist (Geld gegen Zinsen zu leihen oder zu verleihen), war in der Vergangenheit nicht so einfach möglich.

Sowohl Platon als auch Aristoteles haben sich bereits in der Antike gegen Zinsen ausgesprochen. Aus moralischen Gründen und aus gesamtwirtschaftlicher Betrachtung heraus (Durch Zinszahlungen erhöht sich die Geldmenge nicht).

Zinsen waren lange Zeit verboten

Im Mittelalter gab es sogar ein generelles Zinsverbot, welches die Kirche aus ethischen Gründen aussprach.

Juden mussten sich nicht daran halten und verliehen weiterhin Geld gegen Zinsen und nicht zuletzt daraus entstand das voreingenommene Bild des habgierigen Juden, welcher verachtet und oftmals verfolgt wurde.

Mehr zur historischen Entwicklung der Zinsen findest Du hier oder bei Wikipedia.


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Bedeutung und Nutzen von Zinsen

Sind Zinsen nun "Teufelszeug"? Gehören Sie weiterhin verboten?

Die dunkle Seite der (Finanz-) Macht

In populärwissen-schaftlichen Beiträgen wie der Geschichte von Fabian, dem Goldschmied, wird die Entstehung von Zinsen bildhaft beschrieben und als "Fehler im System" dargestellt.

Bei näherer Betrachtung ist die dargebotene Geschichte von Fabian in meinen Augen wirtschaftswissenschaftlich kritsich zu hinterfragen und fehlerhaft sowie unvollständig in der Argumentation.

Was trotzdem bleibt, ist die Frage, ob das verleihen von Geld gegen Zins moralisch einwandfrei ist oder nicht.

Ein Blick in die Wirtschaftswissenschaft

Volkswirtschaftlich betrachtet gibt es verschiedene sogenannte Produktionsfaktoren, namentlich

  • Arbeit
  • Boden
  • Kapital

Produktionsfaktoren beschreiben die materiellen/immateriellen Güter, welche zur Herstellung von Produkten und Dienstleistungen nötig sind.

Diese Produktionsfaktoren werden von Unternehmen eingekauft und ihrem Wert steht ein Aufwand gegenüber: Arbeitsleistung von Mitarbeitern wird beispielsweise mit Lohn & Gehalt bezahlt.

Und wenn ein Unternehmen Kapital benötigt, zur Anschaffung von Maschinen, Rohstoffen etc., wird sich dieses Kapital am Kapitalmarkt beschafft und mittels Zins bezahlt sowie mittels Tilgung zurückgezahlt.

Ohne Zinsen geht es nicht

Läßt man nun mal die negativen, extremen Auswüchse des Kapitalismus außer Betracht, ist die Zinszahlung eines der Eckpfeiler unseres ökonomischen Systems.

Ohne Zinsen würde Wirtschaft nicht funktionieren: Wer würde nämlich sein Geld einem anderen (Unternehmen, Start-up, Privatperson etc.) leihen, wenn er das Geld lediglich in gleicher Höhe zu einer vereinbarten Zeit zurückbekommen würde?

Das Risiko einer Nicht-Rückzahlung und die Möglichkeit, das Geld selber sinnvoll zu nutzen, machen ein Verleihen von Kapital ohne Zinsen oder Zinszahlungen unlukrativ. Unser Wirtschaftssystem, wie wir es heute kennen, würde nicht mehr funktionieren.



Berechnung von Zinsen

Wenn Du Dir jetzt beispielsweise Geld ausleihst, bezahlst Du dafür Zinsen.

Im Umkehrschluss bedeutet dies, wenn Du Geld investierst, erhältst Du dafür Zinsen. Die Höhe des Zins, der sogenannte Zinssatz, wird in Prozent angegeben und ist in der Regel abhängig vom Risiko der Nichtzurückzahlung.

Je größer das Risiko, dass Du Dein Geld nicht zurückbekommst, desto höher ist der Zinssatz, den Du dafür nehmen wirst.

Weitere Ausführungen zum Thema Risiko und Wahrscheinlichkeiten findest Du in meinem Artikel zum Thema "Unterschiede zwischen Trading und Glücksspiel".

Keine Angst vor der mathematischen Formel

Die Höhe der Zinsen kannst Du mathematisch mit der folgenden Zinsformel leicht berechnen:


zinseszinseffekt moneten magier zinsformel


Hierbei ist:

K = investiertes/ausgeliehenes Kapital

p = Zinssatz

t = Laufzeit

Z = zu erhaltende/zahlende Zinsen

Angenommen, Du könntest 100.000 Euro für 200 Tage zu 6 % Zinsen investieren, würdest Du 3.333,33 Euro als Zins Z dafür erhalten (100.000 x 6 x 200) / (100 x 360).

Wieviel Zinsen Du also für welchen Geldbetrag über welchen Zeitraum bekommst, kannst Du mittels obiger Formel leicht berechnen.



Der Zinseszinseffekt

Wie sieht es nun aber mit der Rendite aus, wenn Du Geld über einen längeren Zeitraum (mehrere Jahre) hin anlegst?

Dann bekommst Du Jahr für Jahr Zinsen auf den investierten Ausgangsbetrag. Wenn Du die erhaltenen Zinsen dann jedoch nicht ausgiebst, sondern ebenfalls wiederum investierst, bekommst Du auch für die Zinsen weitere Zinsen.

Und damit fängt Investieren an, so richtig Spaß zu machen!

Wie Dich der Zinseszins reicht macht

Der vielleicht gröte Investor unserer Zeit, Warren Buffett, hat diesen Effekt als einen Schneeball beschrieben:


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Zu Beginn fängt eine Investition relativ klein an: Du investierst zum Beispiel 1.000 Euro und bekommst nach einem Jahr bei konstant 5 Prozent Zinsen 1.050 Euro zurück.

Legst Du nun den gesamten Betrag erneut an, also 1.050 Euro statt 1.000 €, erhältst Du nach einem weiteren Jahr nicht 1.100 Euro, sondern 1.102,50 Euro.

Dieser sogenannte Zinseszinsffekt wird mit der Zeit immer größer und gewinnt an Beschleunigung.

So, wie aus einem kleinen Schneeball am Ende eine gewaltige Lawine wird.

Es ist sehr wichtig, dass Du diesen Effekt verstehst und im Hinterkopf abspeicherst!


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Berechnung der Zinseszinsen

Wie berechnest Du nun die Zinsen über einen längeren Zeitraum unter Berücksichtigung des Zinseszinseffektes? Mit der folgenden Formel:


zinseszinseffekt moneten magier zinsezinsformel


Hierbei ist:

Kneu = das investierte Kapital inkl. Zinseszinsen am Ende des Investitionszeitraums

p = Zinssatz

n = die Anzahl der Perioden (Wie lange ist das Geld investiert?)

Legst Du zum Beispiel 100.000 Euro bei einer durchschnittlich konstanten Verzinsung von 5 Prozent über einen Zeitraum von 25 Jahren an, so kommt dabei die schöne Summe von 338.635 Euro heraus.



Bedeutung von Zinsen und Zinseszinsen für Anlagen

Weil er zum Thema Investieren in Aktien ein Genie ist, zitiere ich erneut Warren Buffett, der den folgenden Satz geprägt hat:

"Menschen können nicht exponentiell denken"

Dieses zutreffende Zitat beschreibt die Tatsache, dass wir Menschen uns den Zuwachs durch Zinsen noch gut vorstellen können, den Zuwachs durch Zinseszinseffekte jedoch nicht mehr.

Wir haben keine Vorstellung davon, wie sich unsere Investitionen bei konstanter Verzinsung unter Nutzung des Zinseszinseffekt in ein paar Jahren entwickeln wird.

Hättest Du den Wunsch nicht auch genehmigt?

Das folgende Beispiel macht die Aussage deutlich:


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Der Legende nach hat der Inder Sissa ibn Dahir für seinen König das Schachspiel erfunden.

Dieser war so begeistert von dem Spiel, dass er seinem Untertan einen freien Wunsch zur Belohnung zusprach.

Dieser wünschte sich als Belohnung eine Bezahlung in Form von Reiskörnern, und zwar für für jedes Feld auf dem Schachbrett die doppelte Menge des vorherigen Feldes, ausgehend von 1. Also ein Reiskorn für das erste Feld, zwei für das zweite, vier für das dritte, acht für das vierte Feld usw.

Der König war erstaunt über die Einfachheit des Vorschlags und gewährte die Bitte.

Letztendlich konnte die Schuld jedoch nicht beglichen werden, da die Summe der Reiskörner final zu groß wurde...

Betrachten wir das Beispiel aus Sicht der Zinsen: Eine Verdoppelung stellt einen Zinssatz von 100 Prozent dar, was sicherlich exorbitant erscheinen mag. Ausgehend von der geringen Basis eines einzelnen Korns erscheint dieser Effekt jedoch nicht ins Gewicht zu fallen.

Über eine Verdoppelung von 64 mal (Das Schachbrett hat 64 Felder), sprechen wir mathematisch jedoch von der exponentiellen Funktion x hoch 64.

Es entzieht sich unserer Vorstellungskraft, welchen Effekt die Wiederanlage der erhaltenen Zinsen und somit deren erneute Verzinsung auf unseren Erfolg als Anleger ausübt.

Hier ein anschauliches Beispiel für die Kraft des Zinseszins

Du kannst das selbst ausprobieren:

Was schätzt Du, wie viel Geld Du heute hättest, wenn Deine Vorfahren zu Christi Geburt, also vor rund 2.000 Jahren einen Cent (0,01 Euro) investiert hätten und dieser über die gesamte Laufzeit mit 5 Prozent verzinst worden wäre?

100.000? 1 Million? 10 Millionen? Noch mehr?

Es wäre tatsächlich die unglaubliche Summe von 23.911.022.046.136.200.000.000.000.000.000.000.000.000,00 Euro

Ein hilfreiches Gratis-Tool

Wenn Du jetzt für Deine eigenen Investitionen ein paar Beispielrechnungen mit verschiedenen Ausgangssummen, Sparraten, Zeiträumen und Zinssätzen anstellen möchtest, kannst Du dies sehr einfach online bei zinsen-berechnen.de machen.



Fazit

Was kannst Du als Privatanleger nun aus diesem gewonnen Wissen an Nutzen ziehen?

In meinem Beitrag über Trading und Glücksspiel hast Du gelernt, dass Du zum erfolgreichen Investieren einen statistischen Vorteil benötigst. Sollte Dir das noch nicht gänzlich klar sein, schau Dir den Artikel hier noch mal an.

Was bei der Geldanlage wichtig ist

Es gibt zwei Faktoren, die Du kennen und bei der privaten Vermögensanlage sinnvoll nutzen solltest: Den Zinseszinseffekt und die Zeit.


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Bei Deiner privaten Geldanlage solltest Du den Zinseszinseffekt als Hebel für Deinen Vermögensaufbau nutzen.

Niedrigverzinste Anlageklassen wir Sparbücher oder Termingeldkonten sind demzufolge per se unbrauchbar.


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Andere Anlageklasse, deutlich besseres Gesamtergebnis

Kaufst Du jedoch zum Beispiel Aktien, so erhältst Du ggf. Dividenden pro Jahr. Diese Dividende erfüllt anlagetechnisch den gleichen Zweck wie Zinsen.

Umgesetzt bedeutet dies nun konkret:

  • Du kaufst Aktien und behältst sie für viele Jahre; je länger, desto besser
  • Die Dividenden (gedanklich synonym für Zinsen) gibst Du nicht aus, sondern reinvestierst sie in weitere Aktien
  • Diese Aktien bringen ebenfalls Dividenden, die Du erneut reinvestierst usw.

Somit hast Du Deinen eigenen Schneeball geschaffen.

Eine Lösung für die Altersvorsorge

Eine solche Geldanlage in sogenannte Dividendenaktien eignet sich in meinen Augen hervorragend als Altersvorsorge.

Je früher Du damit beginnst, desto größer wird der Zinseszinseffekt. Außerdem ist eine Investition in Aktien ein guter Schutz gegen Inflation, was jedoch ein eigenes Thema darstellt.

Der beste Moment, um mit einer solchen Anlage in Aktien zu beginnen, ist heute!


In diesem Sinne wünsche ich Dir viel Erfolg bei Deinen Investitionen

Der Moneten-Magier

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