Covered Call - Die sicherste Strategie zum Start

VON DEAN GRÖNING

Als ich mit dem Trading von Optionen (auf Aktien) angefangen habe, ging es zunächst steil bergauf: Ich hab in den ersten Monaten fast 30 % Gewinn gemacht.

Anschließend ging es aber auch wieder steil bergab: Mit einem einzigen Verlusttrade hatte ich die kompletten Gewinne der ersten 4 Monate pulverisiert.

Ich war viel zu risikoreich gestartet und hatte einen zu großen Hebel verwendet.

Zum Einstieg empfehle ich daher (und verwende selbst auch immer noch) die Strategie des covered call.

Was Du in diesem Beitrag lernen kannst

Beim Handel mit Optionen (auf Aktien) kannst Du extrem schnell super viel Geld gewinnen. Du kannst jedoch auch in gleicher Geschwindigkeit Dein Depot vernichten.

Die zentrale Frage lautet also: Wie kannst Du Dein Kapital schützen und welche Risiken sind akzeptabel?

In diesem Beitrag möchte ich Dich zunächst mit den Praktiken und Risiken des short sellings von Optionen vertraut machen.

Anschließend schauen wir uns dann mit dem covered call eine absolut simple und sichere Einstiegstrategie an, mit der Du risikolos die ersten Schritte im Optionshandel gehen und ein paar zusätzliche Prozent Rendite für Dein Depot generieren kannst.


Inhaltsverzeichnis

Die Strategie (Idee) hinter dem short call

Das Gewinn-Verlust-Profil des short call

Das Risiko des ungedeckten short call

Die Lösung: der covered call

Die Vor- und Nachteile des covered call


Die Strategie (Idee) hinter dem short call

Starten wir mit einer kurzen Übersicht über den Optionshandel: Du kannst mit Optionen an steigenden Kursen (Kauf eines call) und fallenden Kursen (Kauf eines put) partizipieren.

Voraussetzung für den Erfolg bei diesen einfachen long Positionen ist in der Regel eine schnelle und starke Kursbewegung des zu Grunde liegenden Basiswertes (Underlying), zum Beispiel einer Aktie.


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Sollte der gewünschte, starke Ausschlag des Kurses tatsächlich eintreten, ist die Gewinnmöglichkeit dieser long Position riesig/unbegrenzt.

In der Praxis bleiben solche starken Schwankungen - gerade bei Aktien - jedoch oftmals ein Wunschdenken des Optionsinhabers mit dem Ergebnis, dass die Option ungenutzt verfällt (Ausübung ist wirtschaftlich nicht sinnvoll) und die gezahlte Optionsprämie muss als Verlust verbucht werden.

Die short Position im Optionshandel

Auf Grund dieser schlechten Gewinnwahrscheinlichkeit (siehe auch Beitrag short selling) ist in meinen Augen die viel intelligentere Seite die Position des Verkäufers von Optionen (short Position).

Der Optionsverkäufer erhält eine Prämie dafür, dass er Stillhalter wird: Sein Gegenspieler, der Käufer der Option, erhält ja das Recht, zum definierten Strikepreis den Basiswert kaufen (call) / verkaufen (put) zu dürfen. Im Gegenzug übernimmt der Verkäufer der Option (Stillhalter) die Pflicht, den entsprechenden Basiswert abzunehmen (put) / zu liefern (call).

Für diese Pflicht wird er mit der Optionsprämie belohnt.

Welchen statistischen Vorteil hat der Stillhalter der Option?

Der folgenden Grafik ist zu entnehmen, dass nach dem Kauf einer Aktie (Basiswert) der Kurs stark vereinfacht drei Möglichkeiten hat:

  • Der Kurs kann steigen
  • Der Kurs kann seitwärts tendieren
  • Der Kurs kann fallen

Der Käufer eines calls macht also lediglich in 1 von 3 Fällen (33 %) Gewinn, der Käufer eines puts ebenso.


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Mache Dir diesen Sachverhalt doch zu Nutze und leite daraus ab:

es ist leichter zu bestimmen, wo die Kurse nicht hingehen, als wo sie hingehen

Wenn Du über diesen Satz kurz nachdenken und ihn verinnerlichen magst, hast Du das Prinzip des erfolgreichen Tradings von Optionen (auf Aktien) verstanden!

Es gibt also stark vereinfacht lediglich eine 33 % Chance auf fallende Kurse, genau so, wie es eine 33 % Chance auf steigende Kurse gibt.

Warum ich ein short seller bin

Und aus diesem Grund kaufe ich keine Optionen (gehe in die long Position), aus diesem Grund verkaufe ich Optionen (gehe in die short Position und werde Stillhalter).

Wenn ich nämlich zum Beispiel einen call verkaufe, erhalte ich ja die Optionsprämie und gehe die Verpflichtung zur Lieferung des Basiswertes ein. Es gibt jedoch nur eine 33 % Wahrscheinlichkeit darauf, dass ich liefern muss.

In 66 % der Fälle steigt der Kurs nicht stark und/oder schnell genug an, so dass die Option nicht ausgeübt wird.

Dies hat zwei fantastische Konsequenzen:

  1. Ich darf die komplette Optionsprämie behalten
  2. Ich habe einen statistischen Vorteil beim Handel

Natürlich ist diese Sichtweise mit der Entwicklung der Kurse stark vereinfacht. Aber sie verdeutlicht Dir im Kern der Sache die Vorteile des Stillhalters.


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Das Gewinn-Verlust-Profil des short call

Aber auch bei diesem Handel mit Optionen steckt der Teufel wie immer im Detail. Schau Dir doch mal die folgende Grafik an, welche das Gewinn-Verlust-Profil eines short calls darstellt:


optionen verkaufen moneten magier short call


Falls Dir die Interpretation noch Schwierigkeiten bereiten sollte, verdeutlichen wir uns das Prinzip am folgenden Beispiel:

Du möchtest Optionen auf den Basiswert Tesla handeln. Der aktuelle Kurs der Aktie mag bei rund 680 USD stehen.

Aus der obigen Überlegung heraus möchtest Du nun einen call verkaufen, man nennt dies auch eine Option "schreiben". Als Strikepreis wählst Du beispielsweise 750 USD und erhältst daraufhin vom Käufer der Option eine Optionsprämie in Höhe von aktuell 1.250 USD.

Der Kurs bleibt unter 750 USD

Nun bist Du in der Stillhalter-Position und das bedeutet: Du darfst abwarten :-)

Bleibt der Kurs von Tesla bis zum Ende der Laufzeit (Fälligkeit der Option) unterhalb des von Dir gewählten Strike-Preises von 750 USD, dann verfällt die Option wertlos.

Warum? Weil der Inhaber der Option die Tesla-Aktien an der Börse günstiger kaufen kann also über die Ausübung der Option zu 750 USD. Der Kurs an der Börse liegt ja darunter.

Dies ist der Fall, welchen Du mit rund 66 % Wahrscheinlichkeit veranschlagst und in diesem Fall darfst Du die volle Optionsprämie behalten und als Gewinn verbuchen.

Nicht so übel: Geld kassieren für "nichts tun".

Der Kurs steigt über 750 USD

Betrachten wir aber nun noch die zweite Möglichkeit: Der Kurs der Aktie steigt über 750 USD.

Das ist die Situation, welche Du mit einer Eintrittswahrscheinlichkeit von 33 % kalkulierst.

In diesem Fall machst Du einen Verlust: Würde der Kurs beispielsweise auf 800 USD steigen, hätten wir einen starken und schnellen Kursanstieg erlebt.

Jetzt ist es für den Inhaber der Option von Vorteil, die Option zu nutzen: Er lässt sich von Dir die Aktien zu 750 USD liefern und verkauft sie sofort an der Börse für 800 USD.

Du machst dann einen Verlust in Höhe von 50 USD. Allerdings je Aktie.

Merke: Optionen auf Aktien beziehen sich in der Regel auf 100 Stück. Also 1 Option = 100 Aktien

Dein Verlust würde sich in diesem Fall also auf 50 USD x 100 Aktien belaufen und somit insgesamt ein Minus von 5.000 USD ergeben.

Das ist ziemlich übel, wie ich finde.



Das Risiko des ungedeckten short call

Aus dem obigen Beispiel kannst Du jetzt natürlich sofort ableiten, dass es bei dieser Art des Trading darauf an kommt, nicht mit zu großen Risiken pro Trade zu arbeiten, damit Dir nicht das Gleiche passiert, was ich in der Einleitung erzählt habe: Das ein einzelner Trade den Gewinn vieler erfolgreicher Trades eliminiert.

Um diesen Umstand zu vermeiden, betrachten wir noch mal das Gewinn-Verlust-Profil des short calls im Detail:

Beim Verkauf einer call Option hast Du folgende Ausgangslage:

  • Gewinn: Begrenzt auf die Höhe der vereinnahmten Optionsprämie
  • Verlust: unbegrenzt

Wichtig ist hier die Beachtung der unbegrenzten Verlustmöglichkeit. Ich muss und möchte es an dieser Stelle ganz klar sagen: Falsch eingesetzt kannst Du mit dem Verkauf von calls Ruckzuck Dein Depot eliminieren!

Wirf mal einen Blick auf die folgende Grafik: Sie zeigt den Verlauf der Tesla-Aktie im Sommer 2021:


covered call moneten magier ungedeckter call


Nehmen wir mal an, Du hast ein Depot im Wert von 50.000 € und hast Ende Juni auf Grund des Kursverlaufs die Idee, calls auf Tesla zu verkaufen.

Der Kurs ist in den letzten zwei Monaten nur moderat gestiegen und der aktuelle Kurs der Aktie liegt bei 199 USD. Du bist der Überzeugung, dass die Höhenfahrt ein Ende nehmen wird, da der Kurs schon seit geraumer Zeit die psychologische 200-USD-Grenze nicht überschreitet.

Du verkaufst also am 25. Juni 5 calls auf Tesla zum Strike-Preis von 250 USD mit einer Fälligkeit 16. Juli (Laufzeit 21 Tage) und erhältst dafür eine Prämie von 300 USD pro call. Deine Einnahme besteht daher aus stolzen 1.500 USD.

Jetzt kommt es, wie es kommen musste: Der Kurs geht durch die Decke und die Optionen laufen ins Geld (in the money). Der Kurs steigt schnell und stark an auf Werte über 350 USD.

Die Konsequenz bei zu großem Hebel/Risiko

Betrachten wir jetzt ausschließlich und somit stark vereinfacht den inneren Wert der Option und vernachlässigen den Zeitwert, dann stehen Deine calls am 13. Juli bei einem Verlust von 10.000 USD pro Stück (Kurs 350 USD - Strike Preis 250 USD = 100 USD x 100 Aktien).

Daher Du gleich 5 calls verkauft hast, wäre Dein Depot zu diesem Zeitpunkt geschlossen worden (Margin-call Deines Brokers) und Du hättest innerhalb von 18 Tagen Dein komplettes Kapital verloren.

Das wäre in meinen Augen eine Voll-Katastrophe.

Natürlich ist das Beispiel stark vereinfacht und überspitzt. Aber der Kursverlauf ist real so passiert und wenn Du so getradet hättest, wäre Dein Depot vernichtet. Punkt.

Hier war die Verlockung von satten 3 % Rendite in 21 Tagen groß. Das Ergebnis eines Totalverlustes ist aus meiner Sicht jedoch inakzeptabel.

Das Risiko besteht immer!

Jetzt denkst Du vielleicht: Na gut, Tesla war auch eine der Top Performer der letzten Jahre und ein "heißer" Aktien-Titel. Aber bei anderen, "normalen" Aktien besteht diese Gefahr nicht.

Dann sieh Dir den folgenden Chart genauer an:


covered call moneten magier vw short squeeze


Der Chart zeigt den Kursverlauf der "langweiligen" und seriösen VW-Aktie im Jahr 2008. Innerhalb weniger Tage kam es dort zu einem Anstieg des Kurses von rund 200 Euro auf rund 1.000 Euro, um anschließend wieder auf das "normale" Niveau zurückzugehen. Grund dafür waren Übernahmeversuche des VW-Konzerns durch Porsche.

Natürlich passieren solche extremen Ausbrüche nicht jeden Tag. Das ist aber auch gar nicht nötig. Denn einmal reicht

Du musst für Dich selbst entscheiden, ob das verkaufen von ungedeckten calls eine Strategie ist, die Du umsetzen möchtest oder ob Dir das Risiko zu hoch ist.

Falls Du zu dem Ergebnis gekommen bist, dass Dir das Risiko zu hoch ist, musst Du jedoch trotzdem nicht vollständig auf diese Strategie verzichten. Denn es gibt eine smarte Lösung.

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Die Lösung: Der covered call

Gehen wir nochmal zurück zu dem obigen Beispiel mit Tesla. Worin besteht genau der Verlust?

Du musstest Aktien an den Optionsinhaber liefern, und zwar zu einem Zeitpunkt, als der Kurs des Basiswertes (350 USD) über dem Strike Preis (250 USD) lag.

In dem Fall musstest Du also ggf. Aktien zu 350 USD an der Börse kaufen und hast für die gleichen Aktien vom Inhaber der Option lediglich 250 USD erhalten. Aus dieser Differenz entsteht Dein Verlust.

Wie sieht es aber aus, wenn Du die Aktien schon im Depot gehabt hättest?

Angenommen, Du hättest 500 Aktien von Tesla zum Preis von 200 USD  gekauft. Ich weiß, dann wäre Dein Depot-Wert > 50.000 €, es geht aber auch nur um die Risikobetrachtung. Anschließend hättest Du, genau wie oben beschrieben, die calls zum Strike von 250 USD verkauft.

Hättest Du auch in disem Fall Dein Depot geschrottet? Nein! Und das ist wichtig.

calls auf vorhandene Depot-Positionen

In dem Fall hättest Du zwar auch 500 Aktien an den Optionsinhaber liefern müssen, hättest aber keinen realen Verlust erlitten, sondern Dir wäre lediglich ein Gewinn entgangen.

Du hättest die Aktien, welche Du für 200 USD gekauft hast, für 250 USD abgegeben und somit einen Gewinn von 50 USD je Aktie zzgl. der Optionsprämie von 1.500 USD realisiert.

Dir wäre zwar ein zusätzlicher Gewinn von 100 USD je Aktie (Differenz aus 350 USD - 250 USD) entgangen, aber das Kapital wäre immer noch vorhanden und Dein Depot hätte einen Wertzuwachs verzeichnet (Kursgewinn von 50 USD + Optionsprämie).

Meine Empfehlung für Dich

Eine absolut risikolose Strategie im Optionshandel lautet:

Verkaufe lediglich calls auf Aktien-Positionen, die Du vollständig im Depot hast

Sobald Du also von einer Aktie mindestens 100 Stück im Depot hast, kannst Du anfangen, auf diese Position calls zu verkaufen.



Die Vor- und Nachteile des covered call

Fassen wir abschließend noch die Vor- und Nachteile dieser Strategie zusammen.

Vorteile des covered call

  • Unter dem Aspekt des Kapitalerhalts ist diese Strategie absolut risikolos
  • Die perfekte Einstiegsstrategie, um mit dem Optionshandel zu beginnen
  • Die meisten calls verfallen wertlos, daher hast Du einen statistischen Vorteil beim Trading
  • Du steigerst die Rendite für Dein Depot, selbst bei fallenden oder seitwärts laufenden Kursen

Nachteile des covered call

  • Du brauchst mindestens 100 Aktien des jeweiligen Basiswertes
  • sollten die Kurse des Basiswertes stark und schnell ansteigen, wirst Du wahrscheinlich angedient (Option wird genutzt) und musst die Aktien zum günstigeren Strike-Preis abgeben (entgangener Gewinn)
  • Die Optionsprämien für calls sind nicht besonders hoch (Gesamtrendite des Depots kann um vielleicht 1-2 % gesteigert werden)


Aus meiner Sicht ist die Strategie des Schreiben von covered calls eine wunderbare Strategie, um vollkommen risikolos in die Thematik des Optionshandels einzutauchen und seine Rendite um ein paar Prozentpunkte zu erhöhen.

In diesem Sinne wünsche ich Dir viel Erfolg und gute Renditen!

Dein Moneten-Magier


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