Cash Secured Put - Ein gewaltiger Hebel für Dein Depot

VON DEAN GRÖNING

Mein erster Optionstrade, an den ich mich erinnern kann, war ein short put auf die Aktie Tesla.

Ich war gerade im Skiurlaub in Österreich und habe nach einem Tag auf der Piste vor dem Abendessen am Laptop im Hotelzimmer getradet. In der Woche Urlaub habe ich 327 Euro Gewinn gemacht. Quasi nebenbei.

Das fand ich richtig gut und habe überlegt, ob ich nicht Skilehrer werde und mein Geld Abends an der Börse verdiene.

Heute weiß ich, dass ich lediglich Glück hatte. Die Strategie des short put habe ich durch den viel besseren cash secured put ersetzt.

Was Du in diesem Beitrag lernen kannst

Beim Handel mit Aktien kannst Du eigentlich nur bei steigenden Kursen Gewinne erzielen.

Häufig laufen die Kurse der Aktien an der Börse aber seitwärts und manchmal fallen sie sogar.

In diesem Beitrag möchte ich Dir eine Strategie aufzeigen, mit der Du auch bei seitwärts tendierenden Kursen sehr gute Renditen erzielen kannst. Mit Optionen.

Außerdem werde ich Dir noch die Risiken des Optionshandel verdeutlichen und Lösungen anbieten, wie Du diese Risiken für Dich bestmöglich managen kannst.


Inhaltsverzeichnis

Die Strategie (Idee) hinter dem short put

Das Gewinn-Verlust-Profil des short put

Das Risiko des ungedeckten short put

Die Lösung: Der cash secured put

Die Vor- und Nachteile des cash secured put


Die Strategie (Idee) hinter dem short put

Wenn Du eine Aktie direkt kaufst, gibt es zwei Möglichkeiten, wie Du eine positive Rendite erzielen kannst: Durch die Einnahme von Dividenden und durch Kursgewinne.

Daher nicht alle Aktienunternehmen Dividenden auszahlen, betrachten wir die Möglichkeit der Kursgewinne mal genauer. Die folgende Grafik zeigt die verschiedenen Möglichkeiten von Kursverläufen nach dem Einstieg in eine Aktie.


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Nachdem Du eine Aktie gekauft hast, kann der Kurs entweder

  • steigen
  • seitwärts tendieren oder
  • fallen

Jede mögliche Kursentwicklung trifft mit einer Wahrscheinlichkeit von 1:3, also 33 %, zu. Anders ausgedrückt: In 2 von 3 Fällen (66 %) erzielst Du keine Kursgewinne, weil die Kurse seitwärts tendieren oder fallen.

Vor diesem Hintergrund kommt jetzt der Optionshandel zum tragen.

Mit (den passenden) Optionen kannst Du bei jedem Kursverlauf positive Renditen und satte Gewinne erzielen.

Weitere Kennzahlen zur Beurteilung einer Option findest Du in meinem Beitrag über die Optionsgriechen.

Die short Position im Optionshandel

Viele Trader benutzen Optionen, um ihr Kapital zu hebeln und bei korrekt vorhergesagter Kursentwicklung überdurchschnittlich hohe Gewinne zu erzielen.

Bedeutet: Sie erwarten zum Beispiel steigende Kurse und kaufen calls, um an der Kursbewegung zu partizipieren.

In der obigen Grafik kannst Du jedoch ablesen, dass diese Kursbewegungen nur in einem von drei Fällen auftreten (33%). Daher verfallen viele Optionen wertlos und die Käufer müssen die gezahlte Optionsprämie als Verlust verbuchen.

Die Idee hinter dem short put macht sich nun genau dieses statistische Verhältnis zu Nutze: Der Verkäufer einer put Option (die short put Position) erwartet mit einer Wahrscheinlichkeit von lediglich 33 % fallende Kurse, in 66 % der Fälle tendieren die Kurse seitwärts oder steigen.

Warum ich ein short seller bin

Diesen statistischen Vorteil nutzt der Optionsverkäufer für seine Trading-Strategie: Er verkauft put Optionen mit der Intention, die Optionsprämie (Preis für die Option) behalten zu können.

Wenn ich eine put Option verkaufe, gehe ich die Verpflichtung ein, die Aktien des Basiswertes (Underlying) zum vereinbarten Strike Preis abzunehmen. Der Verkäufer hat das Recht, aber nicht die Pflicht, zu diesem Preis die Aktien an mich zu verkaufen.

Warum Trader einen put handeln

Dieses Geschäft gehen beide Parteien mit unterschiedlicher Intention ein:

Der Käufer des put rechnet mit stark fallenden Kursen und möchte daran partizipieren und/oder seinen eigenen Aktienbestand gegen die mit dem Kursverfall einhergehenden Verluste schützen.

Der Verkäufer des puts hingegen rechnet mit seitwärts tendierenden oder steigenden Kursen. Er möchte die Optionsprämie kassieren.

Du darfst jetzt anhand der oben beschriebenen Wahrscheinlichkeiten mal überlegen, welche dieser beiden Strategien häufiger zu einem Gewinn führt (Statistischer Vorteil) und warum ich so gerne puts verkaufe ...


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Das Gewinn-Verlust-Profil des short put

Machen wir uns die Strategie des short put an einem Beispiel deutlich. Die folgende Grafik zeigt das Gewinn-Verlust-Profil des short put:


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Nehmen wir an, die Coca Cola Aktie steht bei 55 USD. Du verkaufst jetzt eine put Option zum Strike Preis von 53 USD mit einer Restlaufzeit von beispielsweise einem Monat.

Für dieses Geschäft bekommst Du vom Käufer der Option die fällige Optionsprämie in Höhe von 30 USD. Diese Prämie wird Dir bei Vertragsabschluss (Der eingegangene Trade an der Börse) sofort im Depot eingebucht, also gutgeschrieben.

Der Kurs bleibt über 53 USD

Wenn der Kurs der Coca Cola Aktie bis zur Fälligkeit der Option (Ende der Laufzeit = 1 Monat in unserem Beispiel) über 53 USD bleibt, musst Du nur eines machen, nämlich gar nichts. Anders ausgedrückt "stillhalten".

In diesem Fall ist Deine Strategie aufgegangen: Die Option wird wertlos verfallen und Du darfst die komplette Optionsprämie in Höhe von 30 USD als Gewinn im Depot verbuchen.

Warum verfällt die Option wertlos?

Weil der Käufer der Option (long Position) die Aktie zu einem höheren Kurs an der Börse verkaufen kann, als wenn er die Option nutzen und zum festgelegten strike Preis von 53 USD an Dich verkaufen würde.

Du hast in diesem Fall dem Käufer der Option praktisch eine Versicherung verkauft und der Schadensfall ist nicht eingetreten. Daher darfst Du die Prämie behalten

Und bei Versicherungen geht es genau wie beim Börsenhandel im Grunde genommen um Wahrscheinlichkeiten, um langfristig rentabel arbeiten zu können.


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Der Kurs fällt unter 53 USD

In rund 33 % der Fälle, siehe Wahrscheinlichkeit weiter oben, fällt der Kurs während der Laufzeit der Option unter 53 USD, beispielsweise auf 51 USD.

In diesem Falle machst Du Verluste: Der Käufer der Option wird seine Rechte nämlich in Anspruch nehmen und die Option ausüben.

Das bedeutet, dass er die Coca Cola Aktien, welche er entweder schon besitzt oder an der Börse für 51 USD kaufen kann, an Dich zum festgelegten strike Preis von 53 USD verkaufen kann.

Du machst also einen Verlust von 2 USD je Aktie (Differenz aus strike Preis - aktueller Kurs 53 USD - 51 USD = 2 USD). Wie Du schon weißt, gilt ein Optionskontrakt in der Regel für 100 Aktien. Dein gesamter Verlust besteht also in 100 Aktien x 2 USD Verlust abzgl. der kassierten Prämie von 30 USD = 170 USD (100 Aktien x 2 USD - 30 USD Prämie).

Bildlich gesprochen ist der Schadensfall (Kurseinbruch) eingetreten und die Versicherung ersetzt dem Kunden seinen Schaden.


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Das Risiko des ungedeckten short put

Vielleicht bist Du bis zu dieser Stelle von dem short put ebenso begeistert, wie ich es zu Beginn war: Du hast einen statistischen Vorteil und die Prämien sind relativ hoch.

Der reine short put hat aber auch ein paar Nachteile, die gravierend sind, wenn Du ihnen keine Beachtung schenkst.

Ich habe es nämlich auch geschafft, nach 3 erolgreichen Monaten mit ungefähr 20 Gewinn-Trades den kompletten erzielten Gewinn mit einem einzigen Verlust-Trade zu egalisieren.

Und früher oder später wird es zu Verlust-Trades kommen. Denn die statistische Wahrscheinlichkeit liegt bei 33 % Verlierern, nicht bei 0 %!

Nicht jeder Trade passt zu jeder Depot-Größe

Nehmen wir mal an, Du hast 5.000 EUR an cash in Deinem Depot. Jetzt kommst Du auf die Idee, den unten gezeigten Trade einzugehen: Du verkaufst einen put zum Strike Preis von 251 EUR auf Münchener Rück, ein sicheres, deutsches DAX-Unternehmen.

Für diesen Trade erhältst Du eine Optionsprämie von rund 350 EUR, welche Du komplett vereinnahmen möchtest.


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Nachdem der Kurs 3 Tage lang leicht gestiegen ist, fällt er jedoch stark ab und die Option läuft ins Geld (in the money). Du wirst am letzten Tag angedient: Der Optionskäufer nutzt die Option und Du erleidest einen Verlust.

Du hast die Aktien für 251 EUR im Depot eingebucht bekommen; der (Kurs-)Wert der Aktien beträgt jedoch lediglich 238 EUR. Dein Verlust berechnet sich nun auf

  • 13 Eur Verlust je Aktie (Strike - Kurswert 251 EUR - 238 EUR) x 100 Aktien
  • abzgl. der verreinnahmten Prämie von 350 EUR
  • Gesamtverlust: 950 EUR

Bei einer Kontogröße von 5.000 EUR ist ein Verlust von 950 EUR ein Minus von 19 %. Du hast also gerade mit nur einem Trade knapp ein Fünftel Deines Depos vernichtet.

Ein solches Risiko ist in meinen Augen viel zu hoch. Sollte das Schicksal es schlecht mit Dir meinen und Du erleidest zwei Verlust-Trades hintereinander, brauchst Du bestimmt 1-2 Jahre, um diesen Verlust wieder einzuspielen!


Die Lösung: Der cash secured put

Was kannst Du nun als Investor tun, um Dein Geld/Depot vor zu großen Verlusten zu schützen?

Die Lösung lautet cash secured put. Der cash secured put ist eine Ergänzung der Strategie mit short puts. Und zwar betrachtest Du nun das Verhältnis von Optionsprämie zu der Größe Deines Depots.

Es gibt zwei Regeln, mittels derer Du traden kannst:

  1. Die Optionsprämie sollte kleiner/gleich 1 % Deiner Depotgröße betragen
  2. Der Kurswert des Underlying multipliziert mit 100 und der Anzahl der getradeten Optionen sollte nicht größer als Deine Depotgröße sein

Zu der ersten Regel

Als ich mit dem Optionshandel angefangen und die ersten Verluste eingefahren habe, habe ich die 1-%-Regel als Absicherung in meinen Handel eingebaut.

Auf unser obiges Beispiel angewendet bedeutet dies, dass Du bei einer Depotgröße von 5.000 EUR maximal 1 % pro Trade an Optionsprämie einnehmen darfst, also 50 EUR. Sämtliche Trades, die Dir eine höhere Prämie einbringen, sind zu risikoreich für diese Kontogröße.

Wenn Du Dich an diese Regel hältst, wirst Du keinen Totalverlust erleiden und Dein Konto vor maximalen Verlusten schützen.

Ich persönlich trade aktuell lieber mit der zweiten Regel, weil sie mich noch mehr entspannt.

Zu der zweiten Regel

Du hast ein Depot mit 5.000 EUR in cash. Jetzt möchtest Du short put Positionen auf eine Aktie (Underlying) eingehen, deren Kurs aktuell bei 25 EUR steht.

Die Zahlen in die Formel eingesetzt:

Anzahl möglicher puts = Depotgröße / [Kurswert Underlying x 100]

Das ergibt in unserem Fall 5.000 EUR / [25 EUR x 100] = 2

Du kannst also in diesem Fall gefahr- und bedenkenlos 2 cash secured puts verkaufen.

Was bedeutet "cash secured" in diesem Zusammenhang

Zurück zu dem obigen Beispiel mit den Münchener Rück Aktien. Bei der Kontogröße von 5.000 EUR haben die Aktien aus einer Option (= 100 Aktien) einen Gegenwert von rund 23.800 EUR.

Da dieser Wert den Betrag an zur Verfügung stehendem Geld in Deinem Depot maßlos überschreitet, hättest Du vermutlich nicht von Deinem Broker die Aktien eingebucht bekommen, sondern es hätte entweder vorher einen Margin-Call gegeben oder der Trade wäre verrechnet worden und Du hättest lediglich den Verlust bezahlen müssen.

Bei cash secured puts kann das nicht geschehen. Das Risiko bei short puts besteht ja darin, im schlimmsten Fall die Aktien aus dem Underlying abnehmen zu müssen. Problematisch wird es, wenn die angedienten Aktien die Depotgröße (deutlich) überschreiten.

Bei cash secured puts ist dieses Risiko nicht gegeben, da mit der zweiten Regel gearbeitet wird und das Risiko quasi durch Deinen Bestand an cash im Depot abgesichert ist.


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Das Risiko bei cash secured puts

Das maximale Risiko für den Investor bei cash secured puts besteht also darin, im Fall von fallenden Kursen die Aktie (Underlying) eingebucht zu bekommen, wenn die Optionen ins Geld laufen.

Dieses Problem schaffe ich für mich auch noch aus der Welt, in dem ich lediglich Optionen auf Aktien trade, die ich auch gerne in meinem Depot hätte.

In diesem Fall kann ich gar nicht verlieren. Verkaufe ich als Investor einen cash secured put auf eine Aktie, die ich gerne im Depot hätte, gibt es drei Möglichkeiten:

  1. Der Kurs steigt: Die Option verfällt wertlos und ich vereinnahme die Optionsprämie
  2. Der Kurs tendiert seitlich: Die Option verfällt wertlos und ich vereinnahme die Optionsprämie
  3. Der Kurs fällt: Ich bekomme die Aktien angedient (aus der Ausübung der Option ins Depot eingebucht), jedoch zum Strikepreis vergünstigt um die Optionsprämie, die ich behalten darf

Wenn Du spätestens jetzt noch nicht vom Optionshandel begeistert bist, kann ich Dir auch nicht helfen ...

Es hält sich die Behauptung, dass selbst der konservative Warren Buffett seine Coca Cola Positionen mittels cash secured puts aufgebaut und dafür Prämien in Höhe von über 50 Millionen USD kassiert haben soll.



Die Vor- und Nachteile des cash secured put

Fassen wir die Vor- und Nachteile dieser Strategie für den Verkauf von put Optionen unter Berücksichtigung der obigen Sicherheitsregeln nochmal zusammen:

Vorteile des cash secured put

  • Du hast einen statistischen Vorteil beim Trading
  • Dein maximales Risiko besteht darin, die Aktien des Underlying ins Depot eingebucht zu bekommen
  • Die Optionsprämien sind bei short put Positionen deutlich höher als bei short call Positionen
  • Du erzielst auch bei seitwärts laufenden Kursen eine positive Rendite
  • Seriös getradet sind mit dieser Strategie Renditen von 10 - 20 % pro Jahr möglich

Nachteile des cash secured put

  • Die Strategie funktioniert erst, wenn Deine Depotgröße den Kauf von min. 100 Aktien aus dem Underlying zulässt
  • Sollte der Kurs des Underlying sehr stark einbrechen, dauert es ein bisschen, bis die Aktie wieder im Gewinnbereich rangiert

So, jetzt weißt Du nahezu alles, was Du zur Strategie cash secured put wissen musst, um damit rentabel traden zu können.


Daher wünsche ich Dir jetzt allzeit schöne Seitwärtsbewegungen an der Börse und Top Renditen mit dieser Top-Strategie!

Dein Moneten-Magier

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